Migration
Sea-Watch nimmt neues Rettungsschiff in Betrieb
Die Hilfsorganisation Sea-Watch ist künftig mit einem weiteren Rettungsschiff auf dem Mittelmeer im Einsatz. «Mit der 'Aurora 2' reagiert die Organisation auf die wiederholten Festsetzungen ziviler Rettungsschiffe durch die italienischen Behörden», teilten die Seenotretter mit. Künftig könne Sea-Watch auch dann im Einsatz bleiben, wenn eines ihrer Schiffe blockiert werde.
«Die Strategie der ultra-rechten Regierung, die Rettung von Menschen durch Festsetzungen einzuschränken, läuft damit ins Leere», hiess es weiter. Sea-Watch betreibt den Angaben nach neben dem grossen Schiff «Sea-Watch 5» auch ein kleineres und schnelleres Schiff – die «Aurora». Die «Aurora» erreicht demnach Höchstgeschwindigkeiten bis zu 25 Knoten und kann so Menschen in Seenot schnell erreichen. Mit der Aurora 2 will die Organisation laut eigener Aussage ihre Einsatzfähigkeit gezielt erweitern.
Sea-Watch ist Teil von Justice Fleet, einem Bündnis ziviler Seenotrettungsorganisationen, zu dem neben Sea-Watch unter anderem auch SOS Humanity gehört. Nach Angaben des Bündnisses wurden allein seit Beginn des Jahres mehrere zivile Rettungsschiffe festgesetzt.
Im Januar 2023 war in Italien das sogenannte Piantedosi-Gesetz in Kraft getreten, das Verschärfungen für Hilfsorganisationen vorsieht. So müssen die Rettungsschiffe nach dem ersten Einsatz unverzüglich den ihnen zugewiesenen Hafen ansteuern. Dabei weisen die Behörden den Schiffen meist weit im Norden Italiens liegende Häfen zu. Bei Verstössen werden die Schiffe häufig festgesetzt.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen oder Tunesien brechen Geflüchtete und Migranten immer wieder in Richtung Europa auf, häufig in nicht seetauglichen Booten. Laut der Internationalen Organisation für Migration kamen allein seit Beginn des Jahres mindestens 1246
Menschen bei der Überfahrt ums Leben, oder sie werden vermisst. (epd/ jow)