Migration
Ein Viertel weniger irreguläre Einreisen im Jahr 2025
Die Anzahl der Menschen, die versuchen, ohne Erlaubnis in die EU einzureisen, ist stark zurückgegangen. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex meldet für 2025 weniger als halb so viele Versuche wie 2023 und den niedrigsten Stand seit 2021.
«Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht», erklärte Frontex-Exekutivdirektor Hans Leijtens in Warschau. Der Migrationsdruck könne sich rasch verändern – beeinflusst durch Konflikte, politische Instabilität und Schleusernetzwerke.
Die zentrale Mittelmeerroute blieb den Angaben zufolge 2025 mit rund 66’000 registrierten Grenzübertritten der wichtigste Migrationsweg in die EU. Auf der östlichen Mittelmeerroute gingen die Zahlen insgesamt um 27 Prozent auf 51’400 zurück. Auffällig war jedoch ein starker Anstieg auf einem Teilabschnitt: Die Überfahrten von Ostlibyen auf die griechische Insel Kreta haben sich mehr als verdreifacht.
Die stärksten Rückgänge verzeichnete Frontex auf der Westafrika-Route. Dort sanken die Zahlen um 63 Prozent auf 17’000 Grenzübertritte, vor allem aufgrund deutlich geringerer Abfahrten aus Mauretanien, Marokko und Senegal.
Auch auf der Westbalkanroute stellte Frontex eine deutliche Abnahme fest: um 42 Prozent. Frontex führt dies auf verstärkte Sicherheitsmassnahmen und die enge Zusammenarbeit mit den Staaten der Region zurück.
Auf der westlichen Mittelmeerroute hingegen stiegen die Zahlen um 14 Prozent auf rund 19'500 Ankünfte, was laut Frontex vor allem mit höheren Abfahrten aus Algerien zusammenhing. Die im Ärmelkanal gezählten Versuche der Ausreise in Richtung Vereinigtes Königreich blieben mit 66’000 Fällen in etwa auf dem Niveau von 2024.
Über alle Routen hinweg zählten 2025 Staatsangehörige aus Bangladesch, Ägypten und Afghanistan zu den häufigsten Gruppen. Libyen blieb nach Angaben von Frontex für viele Herkunftsgruppen das wichtigste Abgangsland und damit ein zentraler Ausgangspunkt der Migration über das zentrale Mittelmeer. (epd/ dst)