Die Schweiz könne das Hungerproblem zwar nicht alleine lösen. Dennoch setze die Initiative ein Zeichen, heisst es in einer Stellungnahme des Ausschusses «Kirche und Gesellschaft» der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Der Finanzplatz Schweiz und die Schweizer Banken spielten eine wichtige Rolle in der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die grössten Rohstoffunternehmen der Welt hätten hier ihren Firmensitz. «Unser Land mit seiner langen humanitären Tradition soll mit einem guten Beispiel vorangehen», wird in einer Medienmitteilung vom Dienstag, 12. Januar, aus der Stellungnahme zitiert.
Nahrungsmittelspekulation zu Zeiten Wesleys
Es sei nicht gottgewollt, so der EMK-Ausschuss «Kirche und Gesellschaft», wenn eine Milliarde Menschen an Hunger leide. Die methodistische Tradition verpflichte die Kirchenglieder, für die Ärmsten dieser Welt einzutreten.
John Wesley, Gründer der methodistischen Bewegung, habe bereits 1773 in seinen «Gedanken über die gegenwärtige Lebensmittelknappheit» die Gründe für die damalige Armut und Hungersnot in England beleuchtet. Das Getreide sei für die Schnapsbrennereien angebaut worden, weil diese mehr Gewinne abwarfen. Grossgrundbesitzer hätten schon damals das Land den Bauern weggekauft. Statt Getreide oder Fleisch hätten sie lieber edle Pferde gezüchtet, die für den Export bestimmt waren. «Und während die einen sich an den Nahrungsmitteln schamlos bereicherten, hungerte das Volk.»
Wenn sich heute die Bauern in der 3.Welt ihre Rohstoffe nicht mehr leisten könnten, flüchteten sie vom Land in die Stadt und später aus dem Land, schreibt «Kirche und Gesellschaft». Es seien genau diese Menschen, «die wir so gerne als Wirtschaftsflüchtlinge disqualifizieren».
Die Stellungnahme im Wortlaut.