Zürich

Massnahmen gegen Antisemitismus an Schulen gefordert

Nach dem rassistischen Messerangriff auf einen orthodoxen Juden in Zürich trafen sich jüdische und muslimische Menschen zu einer gemeinsamen Kundgebung. Politiker fordern zudem Aufklärungsarbeit an Schulen.

Eine Woche nach der Messerattacke auf einen orthodoxen Juden in Zürich haben sich jüdische und muslimische Menschen zu einer gemeinsamen Kundgebung getroffen. Die rund 300 bis 400 Personen wollten damit ein Zeichen setzen für Menschlichkeit, Respekt und Solidarität. Zwölf jüdische und muslimische Rednerinnen und Redner äusserten Wünsche für ein friedliches und respektvolles Miteinander in der Schweiz und gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus, Hass, Gewalt und Ausgrenzung.

Die Kundgebung wurde von einer privaten Gruppe von Muslimen und Jüdinnen organisiert, die sich nach eigenen Angaben seit Oktober unter dem Motto «Gemeinsam Einsam» zum Dialog und Austausch trifft. Der Anlass wurde von verschiedenen muslimischen und jüdischen Organisationen unterstützt.

Darüber hinaus sorgte der Vorfall für Gesprächsstoff in der Politik. Alle im Zürcher Kantonsrat vertretenen Parteien haben am Montag in einem gemeinsamen Vorstoss einen Aktionsplan gegen Antisemitismus und Rassismus an den Schulen gefordert.

In dem dringlichen Postulat verlangen die Parteien mehr Aufklärungsarbeit an den Sekundarschulen und anderen Schulstufen, um dem wachsenden Antisemitismus und Rassismus zu begegnen. Begründet wird die Forderung mit der Zunahme von antisemitischen Vorfällen in der Schweiz und anderen europäischen Ländern in den vergangenen Monaten. Die antisemitische Attacke in Zürich sei ein letzter Höhepunkt der sich häufenden Vorfälle.

Am 2. März hatte ein 15-jähriger Schweizer einen 50-jährigen orthodoxen Juden mit einem Messer lebensbedrohlich verletzt. Der mutmassliche Täter veröffentlichte im Vorfeld eine Videobotschaft, in der er zur Tötung von Juden aufrief. (sda/ eba)