Vereinigte Staaten
Massengebet als Demonstration in Washington
Tausende Menschen haben sich am Sonntag unweit des Kapitols in Washington versammelt, um für die USA zu beten und das «christliche Erbe» der Nation zu betonen. Der per Video zugeschaltete Präsident Donald Trump las eine Bibelpassage. Verteidigungsminister Pete Hegseth rief bei der Veranstaltung zum Beten ohne Unterlass auf.
Laut der «New York Times» stellte er auch einen Bezug her zum ersten US-Präsidenten George Washington, der während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs im strengen Winter 1777/1778 in den Schnee gekniet sei, um für die Rettung seiner Soldaten zu beten. Manche evangelikale Gruppen sehen darin den Beweis, dass sich die Gründerväter der USA eine christliche Nation vorgestellt hätten.
Überwiegend evangelikale Pastoren und Redner betonten beim Tag des Gebets, dass Gott die USA besonders gesegnet habe. Die Grossveranstaltung galt als Auftakt der offiziellen Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA am 4. Juli. Niemand könne eine Feier so gut planen wie «unser grosser Präsident», sagte Baptistenprediger Robert Jeffries. Trump habe die Amerikaner zusammengerufen, um sich Gott neu zu verpflichten.
Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Johnson, der Sprecher des Repräsentantenhauses, betete für das Wirken des Heiligen Geistes. Konservative Christen stellen den Kern der Republikanischen Partei.
Kritiker bemängelten, dass die Veranstaltung die religiöse Diversität der USA nicht repräsentiert habe. Sie habe einen «christlichen Nationalismus» vertreten, um Amerikanern eine engstirnige Version des Christentums aufzuzwingen, sagt die Vorsitzende der Organisation «Vereinigte Amerikaner für die Trennung von Kirche und Staat», Rachel Laser. (epd/ dst)