US-Amtseinführung
Bischöfin Buddes Predigt im Wortlaut
Eine Predigt der amerikanischen Bischöfin Mariann Budde sorgt weiter für Aufsehen (ref.ch berichtete). Trump hatte die Washingtoner Bischöfin öffentlich gerügt und kritisiert, es sei «nicht ein guter Gottesdienst» gewesen.
Auf Wunsch unserer Leserschaft stellen wir Ihnen die vollständige Predigt im Video zur Verfügung, auszugsweise und grossmehrheitlich haben wir die Predigt sinngemäss übersetzt.
«Eine Einheit ist ein hohes Gut. Sie ist nötig, um in Freiheit und in einer freien Gesellschaft zu leben.» Sie sei ein solider Stein, auf dem die Nation gründe. Es gehe darum, Differenzen zu ertragen und ehrlich füreinander zu sorgen, selbst wenn man nicht einer Meinung sei, sagte Budde. Die Fundamente einer Einheit müssten stark genug sein, um die vielen Stürme zu ertragen, die sie bedrohten.
«Zu den Fundamenten zählt, die unantastbare Würde eines jeden Menschen zu ehren. Differenzen sollen respektvoll diskutiert werden, damit man wenn immer möglich auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Zudem Ehrlichkeit, in privaten Unterhaltungen und dem öffentlichen Diskurs.»
«Diejenigen in unserem Land, die als Ersthelfer oder Freiwillige grosse Risiken eingehen, um anderen bei Naturkatastrophen zu helfen, unabhängig davon, wie sie abgestimmt haben oder welche politischen Ansichten sie teilen; nehmen wir uns an ihnen ein Beispiel und an ihrer Aufopferung.»
Am Schluss der Predigt sprach Budde Trump direkt an. «Ein Appell, Herr Präsident: Millionen Menschen setzen ihr Vertrauen in Sie. Sie erwähnten die schützende Hand Gottes. Ich bitte Sie, Erbarmen zu haben mit allen Menschen in unserem Land, die Angst haben», sagte Budde.
«Das sind schwule oder lesbische Menschen, Demokraten, Familien. (..) Manche fürchten um ihr Leben. Es sind Menschen, die (unsere) Ernte einbringen, Gebäude reinigen, unser Geschirr waschen nach einem Restaurantbesuch oder in Geflügelfarmen und Fleischverpackungsfirmen arbeiten. Menschen, die den Nachtdienst übernehmen im Spital.»
«Diese mögen keine Staatsbürger sein und die falschen Papiere haben. Dennoch sind die allermeisten unter ihnen nicht kriminell. Sie zahlen Steuern, sind gute Nachbarn, gläubige Mitglieder der Kirchen, Moscheen, Synagogen.»
«Ich bitte Sie, barmherzig zu sein mit jenen, deren Kinder fürchten, die Eltern würden abgeschoben. Denjenigen zu helfen, die aus Kriegsgebieten oder vor Verfolgung fliehen.
Gott lehrt uns, Erbarmen zu haben mit Fremden. Wir alle waren einst Fremde in diesem Land.» (jow)