Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz
Luzern ficht EKS-Beitragsschlüssel an
An der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) ist unter anderem ein neues Finanzierungsmodell traktandiert gewesen. Es sieht vor, dass die EKS-Mitgliedkirchen ab 2028 ihre Beiträge nach einem neuen Schlüssel entrichten. Demnach zahlen finanzstarke Landeskirchen künftig höhere, finanzschwächere tiefere Beiträge; bis Ende 2030 gilt eine Übergangsfrist. Die Synode folgte dem Ratsantrag mit deutlichem Mehr vollumfänglich.
Bereits im Vorfeld hatte sich gegen die Vorlage Widerstand formiert, allen voran von der Reformierten Kirche Kanton Luzern. Sie hatte sich dafür eingesetzt, das Geschäft von der Traktandenliste zu nehmen. Die Luzerner kritisierten fehlende Unterlagen, nicht überprüfbare Berechnungen und mangelnde Transparenz. Luzern gehört zu jenen Landeskirchen, die deutlich mehr zahlen müssten, die Beiträge wären 80 Prozent höher. Die Vorlage wurde jedoch behandelt, an der Synode scheiterte zudem ein Rückweisungsantrag der Luzerner deutlich, dieser erhielt 7 von 63 möglichen Stimmen.
Nun leitet die Luzerner Landeskirche rechtliche Schritt ein. Der Beschluss der EKS-Synode werde angefochten, teilte die Landeskirche mit. Sie begründet dies erneut mit formellen Mängeln sowie unvollständigen Unterlagen. «Beim neuen Beitragsschlüssel fehlen aus unserer Sicht transparente Grundlagen und nachvollziehbare Berechnungen», sagte Synodalratspräsidentin Lilian Bachmann* auf Anfrage.
Die Reformierte Kirche Kanton Luzern sei eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, welche Standards im Umgang mit kirchlichen Steuergeldern verlange. «Um diese Verantwortung wahrzunehmen, werden wir den Vereinsbeschluss anfechten», sagte Bachmann.
Luzern bemängelt zudem, dass die Finanzkraft aufgrund der Beiträge von Kantons- und Gemeindeebene berechnet werde, und nicht nur auf jener der Kantonalkirche. Dabei trage diese die Kosten allein. Die Finanzkraft werde somit um ein zehnfaches zu hoch veranschlagt (knapp 30 Millionen statt rund 3 Millionen Franken).
Zudem hat der Synodalrat laut Bachmann ein Forschungsinstitut beauftragt, zu analysieren, in welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis die Luzerner EKS-Mitgliedschaft stehe. (jow)
*Lilian Bachmann ist Präsidentin des Vereins Reformierte Medien, zu dessen Produkten auch ref.ch gehört.