Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Was sind die wichtigsten theologischen Begriffe und welche kunsthistorischen Schätze lassen sich in der Zürcher Altstadt entdecken? Um diese und weitere Fragen geht es in den Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Standardwerk für Theologie-Schützen

Von A wie Abendmahl bis Z wie Zukunft werden in «Theologische Schlüsselbegriffe» Kernthemen der Theologie erschlossen. Dafür haben die drei Professoren Martin Rothgangel, Henrik Simojoki und Ulrich H. J. Körtner den ersten Band von «Theologie für Lehrerinnen und Lehrer» vollständig neu überarbeitet. Zudem wurde das zwanzig Jahre alte Standardwerk für Studierende und Religionslehrer um fünfzehn Themen erweitert.

In alphabetischer Reihenfolge entfalten die Autoren jeden Begriff im Dreischritt. Sie beginnen mit einem subjektorientierten Zugang, damit die Kinder und Jugendlichen einschliesslich ihrer Lebenswelt von vornherein im Blick sind. Danach folgen biblisch-theologische und systematische Reflexionen. Im dritten Teil schliesslich münden die Beiträge jeweils in eine didaktische Perspektive, die mit praxisbezogenen Anregungen für den Unterricht und mit weiterführenden Materialien ergänzt wird. Wie das Vorgängerwerk ist auch die Neuausgabe eine echte Hilfe für einen theologisch fundierten Religionsunterricht.

Martin Rothgangel, Henrik Simojoki, Ulrich H. J. Körtner (Hg.): «Theologische Schlüsselbegriffe. Subjektorientiert – biblisch – systematisch didaktisch». Neuausgabe. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019; 513 Seiten, 53 Franken.

In Stein gemeisselte Geschichte

Die Autoren Yves und François Baer erzählen in ihrem neuen Buch ein Stück Zürcher Stadtgeschichte anhand ihrer Sakralbauten. Kapitelweise stellen sie dabei die sieben markanten Kirchenbauten der Innenstadt vor: Wasserkirche, Fraumünster, Grossmünster, St. Peter, Predigerkirche, Augustiner­ und Liebfrauenkirche. Jede dieser Kirchen steht für eine Epoche. Gut verständlich, ergänzt mit Anekdoten, Legenden und reichem Bildmaterial zeichnen die Autoren die Entwicklung der Stadt Zürich nach. In gesonderten Einschüben widmen sie sich zudem der Rolle der Äbtissinnen des Fraumünsters oder der Aufnahmepraxis von Glaubensflüchtlingen nach der Reformation.

Der Band lädt ein, sich vor Ort auf Spurensuche zu begeben. Die Lektüre vermittelt Spannendes zu Bau­ und Kunstgeschichte, historischen Zusammenhängen und spart auch skurrile Episoden nicht aus. Nicht zuletzt wird auch der Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung dieser Kirchen deutlich. Einen solchen kunsthistorischen Führer wünschte man sich auch für andere Städte.

Yves und François G. Baer: «Die Zürcher Altstadtkirchen. Eine Stadtgeschichte entlang der Sakralbauten». NZZ Libro, Basel 2019; 256 Seiten; 34 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.