Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Was macht einen Kirchenraum schön und wie inspiriert die Bibel zeitgenössische Autorinnen? Um diese und weitere Fragen geht es in den Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Von Adam und Eva bis Adolf Muschg

Bis heute hat die Bibel viele Lyrikerinnen und Schriftsteller inspiriert. Gerade in der zeitgenössischen Literatur werden biblische Motive und Figuren vielfältig verfremdet, weitererzählt oder gegen den Strich gebürstet. Die Neuerscheinung Die Bibel ins Heute schreiben von Christoph Gellner, Lehrbeauftragter für Theologie und Literatur, trägt solche Adaptionen zusammen.

Am Beispiel von Autorinnen wie Nora Gomringer, Adolf Muschg, Elfriede Jelinek oder Thomas Hürlimann zeigt Gellner, wie produktiv und provokativ die Bibel im Spiegel der deutschen Gegenwartsliteratur sein kann. Die vermeintlich vertrauten, aber oft etwas abgenutzten biblische Texte erfahren durch Theaterstücke, Gedichte oder Erzählungen eine neue Brisanz und Vergegenwärtigung.

Der Autor versammelt in diesem zweiten Band der Reihe Bibel und Literatur eine breite Auswahl an Werk- und Autorenportraits. Die Lektüre ermöglicht neue Verknüpfungen und Einsichten. Zudem macht sie Lust, vielleicht bis dahin noch unbekannte Literatur zu entdecken.

Christoph Gellner: Die Bibel ins Heute schreiben. Erkundungen in der Gegenwartsliteratur. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2019; 240 Seiten; 37.50 Franken.

Was Kirchen schön macht

Zeitgenössische Sakralbauten polarisieren. In Modern in alle Ewigkeit stehen sie im Zentrum anregender Betrachtungen. Dreizehn Schweizer Kirchen des 20. und 21. Jahrhunderts stellt das Autorenduo Andreas Nentwich und Christine Schnapp in Wort und Bild vor. Das Handbuch lädt zum eigenen Urteil ein: Was macht einen Raum schön? Spielen Beton, Putz, Holz zusammen? Wie fällt das Licht ein? Und wie ist die Akustik?

Die Leser können an den Gesprächen der Autoren teilhaben und die Wahrnehmung sakraler Räume schärfen. Das macht Lust, die präsentierten Bauten selber zu erkunden. So beispielsweise die römisch-katholische Marienkirche in Samstagern, die reformierte Steinkirche in Cazis oder die neuapostolische Kirche in Zuchwil. Die Auswahl der dreizehn vorgestellten Kirchen ist im Hinblick auf bauliche und konfessionelle Vielfalt ausgewogen. Das Buch eröffnet neue Sichtweisen und erlaubt damit eine unvoreingenommene Annäherung an moderne ­Sakralarchitektur.

Andreas Nentwich, Christine Schnapp: Modern in alle Ewigkeit. Eine Reise zu den schönsten modernen Kirchenbauten der Schweiz. Zytglogge, Basel 2019; 220 Seiten; 90 Abbildungen; 42 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Refomierten Medien, die auch bref herausgeben.