Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Wer ist was und wo im Neuen Testament? Und warum war Bonhoeffer einer der wichtigsten deutschen Theologen? Um diese und weitere Fragen geht es in den theologischen Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Das Neue Testament in kompakter Form

Das Neue Testament – Wer, Was Wo für Einsteiger will eine Einführung für Nicht-Theologen sein. Der emeritierte Professor für Neues Testament, Ulrich Luz, hat es zusammen mit einer Gruppe von Interessierten aus unterschiedlichen Berufen erarbeitet. Die Auswahl der Themen ist gelungen. Kompakt werden Fragen zu Leben und ­Wirken Jesu, zu den biblischen Schriften und ihrer Entstehung sowie zum religiösen Umfeld jeweils auf einer Doppelseite behandelt. Wie der Autor selber bemerkt, sind die einzelnen Kapitel dadurch sehr konzentriert. Das Buch ist daher weniger ein Lese- denn ein Arbeitsbuch oder Nachschlagewerk zu neutestamentlichen Kernthemen. Etwas fraglich ist, wie die Zielgruppe – also nicht theologisch gebildete Leserinnen, die das Neue Testament besser verstehen möchten – mit der Dichte an Informationen und der Fülle von Bibelstellen oder Querverweisen zurechtkommt. Für die Erwachsenenbildung bietet das Buch aber vielfältige ­Anregungen und ist unbedingt zu empfehlen.

Ulrich Luz: Das Neue Testament — Wer, Was, Wo für Einsteiger.
Patmos / TVZ, Ostfildern 2018; 192 Seiten; 21 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende
Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.

Hommage an den Theologen des Widerstands

Der Theologe und Sozialethiker Wolfgang ­Huber würdigt Dietrich Bonhoeffer als einen der wichtigsten deutschen Theologen des 20. Jahrhunderts. In seinem Buch beschreibt er die Wechselwirkungen zwischen Leben und Werk Bonhoeffers und kommt zum Schluss, «dass seine grossen Themen gerade dann zu leuchten beginnen, wenn sie in seiner Lebensgeschichte verortet sind». Die Frage des politischen Widerstands, die Verantwortung für den Frieden und die öffentliche Rolle der Kirche – dies sind für den Autor Bonhoeffers wichtigste Themen. Die Neuerscheinung ist denn auch keine chronologisch aufgebaute, klassische Biografie, sondern eher ein Portrait, das sich in thematischen Einheiten Bonhoeffers Lebensgeschichte und Theologie widmet. Wolfgang Huber ist nicht nur ein Kenner, sondern zugleich ein Verehrer Bonhoeffers. Letzteres mag einige Leser begeistern, kann bei anderen aber dazu führen, bewusst etwas kritische Distanz zu halten.

Wolfgang Huber: Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit.
C.H. Beck, München 2019; 336 Seiten mit 25 Abbildungen; 37.50 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende
Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.