Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Welche Antworten haben Calvin und Hobbes auf die grossen Menschheitsfragen? Und welchen Stellenwert hat der Glaube in der Kirche von heute? Um diese und weitere Fragen geht es in den theologischen Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Mit Calvin und Hobbes über Gott nachdenken

Calvin und Hobbes, ein Comicstrip des US-Amerikaners Bill Watterson, geht auf das Jahr 1985 zurück und hat inzwischen eine weltumspannende Fangemeinde. Die Erlebnisse und Gespräche des altklugen und manchmal frechen sechsjährigen Calvin mit seinem Stofftiger Hobbes haben etwas Zeitloses. Neben Themen, die kleine Jungs beschäftigen, wie Schule oder nervige Mädchen, denken die beiden Freunde auch über Gott und die Welt nach. Dabei streifen sie grosse Menschheitsthemen wie Schöpfung und Urknall, Glück, Identität, Moral und Tod.

Für Martin Blay und Michael Winklmann war es daher naheliegend, Schülern mit Hilfe von Comics über Calvin und Hobbes einen direkten Einstieg ins philosophisch-theologische Denken zu ermöglichen. Daraus ist ein Sammelbändchen entstanden, das eine Hommage an die Comicfiguren Calvin und Hobbes ist und zugleich zahlreiche gute Möglichkeiten und Anregungen für den Religionsunterricht enthält. Der Comic kommt mit sparsam gefüllten Sprechblasen und wenig Bildfolgen aus, was zum Nach- und Mitdenken anregt.

Martin Blay, Michael Winklmann (Hg.): Philosophieren über Gott und die Welt mit Calvin und Hobbes. Herder, Freiburg im Breisgau 2018; 144 Seiten; 20.50 Franken.

Subjektive Religion

Das Wesen des Christentums und der Theologie kann vom Stichwort «Glaube» her erschlossen werden. Das postuliert Friedrich W. Horn, Herausgeber des jüngsten Bandes aus der Reihe Themen der Theologie. Glaube gehört für ihn grundlegend zum Kennzeichen der Religion oder, auf den Einzelnen bezogen, zum religiösen Selbstverständnis. Horn und seine Mitautoren entwickeln den Glaubensbegriff in den biblischen Disziplinen Altes und Neues Testament, in der Kirchengeschichte, der Systematischen und der Praktischen Theologie wie auch der Religionswissenschaft und der Judaistik. Abschliessend fragen sie nach dem Standort des Glaubens in der gegenwärtigen kirchlichen Praxis.

Bei allen Beiträgen geht es aber weniger darum, worauf sich der Glaube konkret bezieht, sondern vielmehr um die subjektive Seite der Religion. Dies geschieht mit Bezugnahme auf die klassische Unterscheidung des Glaubens als «fides quae creditur» (Glaubensinhalt) oder als  «fides qua creditur» (Glaubensakt). Der Reiz dieses Sammelbandes liegt in der Berücksichtigung von sieben theologischen Disziplinen. Dadurch wird einerseits die Vielgestaltigkeit in der Gewichtung und im Verständnis des Themas sichtbar, andrerseits werden gemeinsame Ansatzpunkte herausgearbeitet.

Friedrich Wilhelm Horn (Hg.): Glaube. Themen der Theologie.
Band 13, UTB, Tübingen 2018; 288 Seiten; 30.95 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.