Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Was waren die wichtigsten Stationen in der Geschichte des Christentums? Und welche Rolle hatte Zürich heilsgeschichtlich gesehen? Um diese und weitere Fragen geht es in den theologischen Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Streifzug durch die Kirchengeschichte

In seinem neuen Buch Illustrierte Geschichte des Christentums spannt Klaus Fitschen einen Bogen von den Ursprüngen des christlichen Glaubens in der Antike bis zur Gegenwart. Er skzizziert dabei die wichtigsten Epochen und stattet sie mit vorzüglichem Bildmaterial und Zeittafeln aus. Zudem hebt er, passend zu den jeweiligen Themen, in kleinen Informationskästen Personen, Orden und Ereignisse hervor. Auch die Spielarten von Religiosität und gelebtem Glauben finden ihre Darstellung.

Durch das gesamte Werk ist Fitschens Ansinnen spürbar, alle Epochen gleichzubehandeln. Dennoch kommt der Professor für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig in seinem Fazit zum Schluss, dass sich die Geschichte des Christentums umso weniger in kompakter Form darstellen lässt, je weiter sie voranschreitet. Dies auch deshalb, weil die Konfessionen und gesellschaftlichen Verhältnisse immer vielfältiger würden.

Die Lektüre ist anregend und leicht verständlich. Dem Autor gelingt es, Kirchengeschichte lebendig darzustellen. Als Gesamtschau ist der Titel auch für Bibliotheken sehr zu empfehlen.

Klaus Fitschen: Illustrierte Geschichte des Christentums. J. B. Metzler, Stuttgart 2018; 176 Seiten; 35.90 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.

Bullinger-Bibel

Der Zürcher Reformator Heinrich Bullinger, Nachfolger Huldrych Zwinglis, gehört zu den bedeutenden historischen Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts. Durch seine breitgefächerte schriftstellerische Tätigkeit übte er grossen Einfluss aus und trug vielerorts zur Durchführung oder Konsolidierung der Reformation bei.

Die Tigurinerchronik, entstanden in den Jahren 1572–1574, gilt als Bullingers umfangreichstes Geschichtswerk. Das Manuskript umfasst rund 1800 Folioseiten und zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit den Quellen und der Literatur der Antike und des Mittelalters. Die Darstellung ist heilsgeschichtlich angelegt und versteht die Entwicklung des Christentums und der Kirche als Ausbreitung der Wahrheit (Antike), deren Verschüttung (Mittelalter) und Wiederentdeckung (Reformation). Dabei erhält die Stadt Zürich hohe Bedeutung und ihre Reform die endgültige Legitimation. Eine dreibändige Ausgabe macht Bullingers Tigurinerchronik nun erstmals zugänglich. Alleine schon wegen des Umfangs – 1854 Seiten – dürfte es ein Werk für Liebhaber sein.

Heinrich Bullinger, Hans Ulrich Bächtold (Hg.): Tigurinerchronik. Reihe Heinrich Bullinger Werke, Band 4/01. TVZ, Zürich 2018; 1854 Seiten (in drei Bänden); 526 Franken.

Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.