Kopftuch-Debatte
Lehrerverband empfiehlt Verzicht auf religiöse Symbole an Schulen
Der Lehrerinnen- und Lehrerverband Schweiz (LCH) empfiehlt Lehrpersonen, auf das Tragen auffälliger religiöser Symbole wie Kopftücher zu verzichten. Die Präsidentenkonferenz hat dazu ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet.
Präsidentin Dagmar Rösler sagte in einem Interview mit Tamedia-Zeitungen, der Entscheid sei deutlich ausgefallen. Öffentliche Schulen müssten politisch und konfessionell neutral bleiben. Für Lehrpersonen gelte deshalb eine Neutralitätspflicht. Diese sei aus Sicht des Verbands nicht erfüllt, wenn starke religiöse Symbole im Unterricht sichtbar sind.
Der Verband spricht eine Empfehlung aus. Die Kantone entscheiden weiterhin über konkrete Regelungen. Der LCH will nicht eingreifen, wenn einzelne Lehrpersonen die Empfehlung nicht umsetzen. Laut Rösler wird das Thema in der Öffentlichkeit teilweise überzeichnet.
Die Konferenz befasste sich allgemein mit Kleidervorschriften. Religiöse Symbole bilden nur einen Teil davon. Für Schülerinnen und Schüler lehnt der Verband Einschränkungen ab. Bei ihnen gilt die Religions- und Gewissensfreiheit, solange der Schulfrieden und die staatliche Neutralität nicht gefährdet sind.
In der Schweiz laufen derzeit mehrere politische Vorstösse zum Thema Kopftücher an Schulen. Der Bundesrat lehnt ein Verbot ab, da es gegen die Verfassung und die Religionsfreiheit verstossen könnte. Auch der Islamwissenschaftler Amir Dziri kritisiert entsprechende Forderungen: Ein gesetzliches Verbot wirke spaltend und könne Isolation fördern.
Rita Famos, Präsidentin des Rats der Religionen sowie der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), wünscht sich im Interview mit ref.ch wiederum weniger Pauschalisierungen und eine Diskussion, die nicht auf Verboten und Vorurteilen fusst. (sda/ hz)