Zürcher Landeskirche

Komitee hat Schöpfungsinitiative eingereicht

Zum ersten Mal ist in einer reformierten Landeskirche der Schweiz eine Volksinitiative zustande gekommen.

1000 gültige Unterschriften von stimmberechtigten Kirchenmitgliedern – und das innerhalb von sechs Monaten: So lauten die Voraussetzungen, um in der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich eine Volksinitiative einzureichen. Dem Komitee der Schöpfungsinitiative ist dies nun erstmals gelungen. Am Freitag hat es den von 1600 Personen unterzeichneten Vorstoss beim Kirchenrat, der Exekutive der Zürcher Landeskirche, eingereicht. 

«Ein historischer Moment», schreibt das Initiativkomitee um den Präsidenten Tobias Adam in einer Medienmitteilung. In einer reformierten Landeskirche der Schweiz ist bisher noch nie eine Volksinitiative zustande gekommen. 

Der Präsident des Initiativkomitees, Tobias Adam (mit roter Jacke), übergibt dem Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller die 1600 Unterschriften. Bild: Stadtkloster/Alona Baliuk

Die Schöpfungsinitiative verlangt, dass die reformierte Landeskirche des Kantons Zürich ihre Treibhausgasemissionen reduziert. Bis 2035 soll sie das Ziel Netto-Null erreichen.

«Als Kirche müssen wir eine klare Antwort auf die Klimakrise finden, die grösste Herausforderung unserer Zeit», sagt Tobias Adam. «Wir müssen Verantwortung für unser eigenes Handeln übernehmen und uns aktiv in die Gesellschaft einbringen.» Christinnen und Christen sollen angesichts der Klimakrise und anderer Bedrohungen eine Botschaft der tatkräftigen Hoffnung verbreiten. 

Die Schöpfungsinitiative zu unterschreiben, sei für viele Menschen ein Akt der Hoffnung gewesen, sagt Pfarrerin Gina Schibler vom Initiativkomitee. «Und es ist eine ganz neue Möglichkeit, Kirche aktiv mitzugestalten.»

Weiter fordert die Initiative, dass sich die Kirche theologisch und spirituell mit der Klimakrise und anderen ökologischen Krisen auseinandersetzt. Und dass sie sich auf lokaler und globaler Ebene aktiv in die ökologische und soziale Transformation der Gesellschaft einbringt.

Ist das Zustandekommen der Initiative formell bestätigt, wird sie im Kirchenrat und in der Kirchensynode beraten und schliesslich den Mitglieder der reformierten Landeskirche im Kanton Zürich zur Abstimmung vorgelegt. Eine erste Stellungnahme des Kirchenrates wird innerhalb von sechs Monaten erwartet. 

Die Mitglieder des Initiativkomitees kommen massgeblich aus dem Stadtkloster Zürich, dem Netzwerk Christian Climate Action und der Citykirche offener St. Jakob. Die Idee zur Initiative entstand während einer Themenwoche zur Klimagerechtigkeit im September 2022. (hz)