Bandenkriminalität

Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft ermordet

Eine Gewaltwelle hat Kolumbien erfasst. Deren jüngste Opfer sind acht Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft, die in einer Konfliktregion humanitäre Arbeit geleistet haben.

In Kolumbien ist ein Massengrab mit den Leichen von acht Menschen entdeckt worden. Sie waren seit Anfang April verschwunden, wie die Staatsanwaltschaft laut der Tageszeitung «El Espectador» mitteilte. Der Fundort befindet sich in der Region Guaviare im Zentrum Kolumbiens, einem Gebiet, das von einer Splittergruppe der ehemaligen Farc-Guerilla kontrolliert wird.

Wie «El Espectador» berichtet, sollen die Opfer Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft sein, die sich in der Region niedergelassen und dort auch humanitäre Arbeit organisiert hat. Der kolumbianische Staatspräsident Gustavo Petro schrieb im Netzwerk X, dass alles darauf hindeute, dass die Opfer inmitten von territorialen Streitigkeiten von illegalen bewaffneten Gruppen entführt und ermordet worden seien.

«Diese Ereignisse sind ein schwerer Angriff auf das Recht auf Leben, auf Religionsfreiheit und auf die spirituelle und gemeinschaftliche Arbeit, die so viele Menschen in den historisch von Gewalt betroffenen Regionen leisten», schrieb Petro.

Laut Friedensforschungsinstitut Indepaz wurden bis Ende Mai bereits 67 soziale Anführer in Konfliktgebieten ermordet. Staatspräsident Petro hatte bei Amtsantritt im Jahr 2022 versprochen, Verhandlungen mit allen bewaffneten Gruppen des Landes aufzunehmen, um einen umfassenden Frieden zu erreichen. Allerdings wurden vereinbarte Waffenruhen gebrochen. Aktuell wird Kolumbien von einer neuen Gewaltwelle erfasst. (epd/ dst)

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