Hier ist Weihnachten am 1. Oktober
Wenn es politisch eng wird, verkündet Nicolas Maduro Weihnachten. 2020 hat er das Fest auf den 15. Oktober verlegt und 2021 auf den 4. Oktober. Nun hat er im venezolanischen Fernsehen erklärt: «Es ist September und es riecht schon nach Weihnachten.» Als Dank an «das kämpferische Volk» werde er das Fest per Dekret auf den 1. Oktober vorziehen. Das berichtet «Zeit online».
Weihnachten heisst in Venezuela auch: Die Regierung macht Geschenke. Sie verteilt dann jeweils Lebensmittelpakete in den Armenvierteln. Besonders beliebt seien Schweinshaxen, schreibt «Zeit online». Dieses Jahr soll die Weihnachtszeit drei Monate lang dauern – Festbeleuchtung inklusive.
Mit diesen drei Monate will Maduro offenbar seine politische Rettung vorantreiben. Denn das von ihm gepriesene «kämpferische Volk» geht derzeit in grosser Zahl auf die Strasse. Es unterstützt den Vorwurf der Opposition, dass an der Präsidentenwahl vom 28. Juli diesen Jahres betrogen worden sei.
An jenem Tag wurde Maduro als Sieger ausgerufen – seit 2013 regiert er das südamerikanische Land autoritär. Unter seiner Ägide ist der ehemalige Erdölproduzent verarmt. Mindestens 90 Prozent der Venezolanerinnen und Venezolaner gelten als arm, 20 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile aus dem Land geflüchtet. (dst)