Kirchgemeinde Zürich startet mit regelmässigen Corona-Tests

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie greift die reformierte Kirchgemeinde Zürich zu einem neuen Mittel: Sie will ihr Personal regelmässig auf das Virus testen lassen. Die Massnahme beruht auf Freiwilligkeit, wird aber ausdrücklich empfohlen.

Als der Kanton Graubünden im Dezember einen Massentest auf das Coronavirus durchführte, war die Skepsis vielerorts gross. So seien die verwendeten Tests nicht 100 Prozent sicher, Personen mit negativem Ergebnis könnten sich daher in falscher Sicherheit wiegen, lautete etwa ein Einwand. Nachdem durch den Test jedoch 150 asymptomatische Fälle erkannt werden konnten, wurden die kritischen Stimmen leiser. Mittlerweile sind andere Kantone Graubündens Beispiel gefolgt und es wurden unter anderem Massentests an Schulen durchgeführt.

«Erhöhtes Risiko» für kirchliche Mitarbeiter

Einen ähnlichen Weg will nun die reformierte Kirchgemeinde Zürich einschlagen: Ab dem 1. März können sich rund 70 Pfarrpersonen und 450 Mitarbeitende wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Der Grund für die Massnahme sei, dass kirchliche Mitarbeitende und Pfarrpersonen durch ihre Tätigkeit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt seien und zudem oft mit vulnerablen Menschen in Kontakt kämen.

Die Tests werden während der Arbeitszeit durchgeführt, der Bund übernimmt die anfallenden Kosten. Die Teilnahme ist freiwillig, wird vom Krisenstab der Kirchgemeinde aber ausdrücklich empfohlen, wie es in der Mitteilung heisst. «Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass durch repetitives Testen asymptomatische Fälle aufgespürt werden, die ansonsten unentdeckt bleiben.»

Die Kirchgemeinde weist zudem darauf hin, dass die bestehenden Schutzmassnahmen trotzdem weiterhin gelten. «Die Kirchgemeinde Zürich möchte mit diesem Schritt nicht nur einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie und zur Sicherheit ihrer Mitglieder, Mitarbeitenden und Pfarrpersonen leisten, sondern hofft auch, dass andere Kirchgemeinden dem Beispiel folgen und ihrerseits mit häufigeren Tests auf das Coronavirus beginnen werden», heisst es weiter. (vbu)