Kirchgemeinde Kreuzlingen muss nächtlichen Viertelstundenschlag aussetzen

Nur noch zu jeder vollen Stunden dürfen die Glocken der Stadtkirche der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen im Kanton Thurgau in der Nacht schlagen. Das hat der Stadtrat entschieden.


Im Glockenschlagstreit der evangelischen Kirche in Kreuzlingen hat der Stadtrat ein Machtwort gesprochen. Zwischen 22 und 7 Uhr darf die Stadtkirche nur noch zur vollen Stunde läuten. Die Viertelstundenschläge müssen ausbleiben. Diesen Beschluss hat der Stadtrat vergangene Woche gemäss einem Bericht des St. Galler Tagblatts vom 8. Oktober gefasst. Den Parteien bleiben zwanzig Tage, um den Entscheid anzufechten.

Der Stadtrat fordert laut dem Bericht nichts anderes, als vor zwei Jahren am Verhandlungstisch mit allen Beteiligten abgemacht worden war, jedoch nie umgesetzt wurde. Damals wurde in einem Lärmgutachten belegt, dass das Geläut gemäss Umweltschutzgesetz zu laut ist und sich deshalb Anwohner zurecht gestört fühlen. Die Kirchgemeinde verwies auf die hohen Kosten, die der technische Eingriff in den Läutmechanismus zur Folge hätte. Im Raum stand die Zahl von 10’000 Franken.

Laut Kirchenpräsident Thomas Leuch werden die Kirchbürger am 3. Dezember über die Glocken diskutieren. Kirchenpflegerin Marianne Pfändler erklärte gegenüber dem Tagblatt, das Geschäft stehe auf der Traktandenliste. Abgestimmt werden soll «über eine Lösung, die hoffentlich beiden Parteien entspricht.» (bat)