BE: Nächtlicher Glockenschlag sorgt für Krach

Einmal mehr sorgt das nächtliche Läuten von Kirchenglocken für Streit. Jüngstes Beispiel ist die Berner Vorortsgemeinde Worb, wo die Kirchenglocken nachts nicht mehr so häufig schlagen sollen. Der Fall kommt nun vor das bernische Verwaltungsgericht.

Die reformierte Kirche Worb. (Bild: WillYs Fotowerkstatt/Wikimedia)

Anwohner der reformierten Kirche in Worb hatten sich durch das nächtliche Geläut in ihrem Schlaf gestört gefühlt und wurden wegen des ungebetenen Weckdienstes beim Kanton Bern vorstellig.

Das zuständige Amt nahm eine Interessenabwägung vor zwischen nächtlichem Ruhebedürfnis und der von vielen geliebten Tradition des Glockenschlags. Herausgekommen ist ein Kompromiss: statt viertelstündlich sollen die Glocken nachts nur noch stündlich schlagen.

Die örtliche Kirchgemeinde hat diesen Entscheid nun ans Verwaltungsgericht weitergezogen. «Es stört uns, dass die Anliegen einzelner Leute höher gewichtet werden, als die Anliegen der Öffentlichkeit», sagte Kirchgemeinderatspräsident Werner Lüthi im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. Lüthi zeigte sich überzeugt, dass eine Mehrheit den Viertelstundenschlag will.

Demokratischer Glockenschlag

In Twann am Bielersee läuten die Glocken seit einiger Zeit sozusagen demokratisch legitimiert im Viertelstundentakt. Im Zuge eines Glockenstreits vor drei Jahren wurde eine Konsultativabstimmung durchgeführt. Das Stimmvolk sprach sich für den Viertelstundenschlag aus.

Andernorts wird ganz auf das nächtliche Geläut verzichtet oder man versucht es mit Kompromissen. Für ein Schweizer Novum sorgte die Thomaskirche im Berner Vorort Köniz vergangenes Jahr. Dort gelang es Experten, den Ton der Glocken leiser, wärmer und runder zu machen. Das Echo war positiv. (sda)