Kirchenführer fordern sichere Migrationswege nach Europa

In einer Weihnachtsbotschaft erinnern Kirchenvertreter Europa an seine Verpflichtung zu Aufnahme und Schutz.


Kirchenführer verschiedener Konfessionen und Nationalitäten haben sich für sichere Wege für Flüchtlinge und Migranten nach Europa ausgesprochen. Dazu zählten humanitäre Visa, Umsiedlungsprogramme und realistische Massnahmen für die Arbeitsmigration, heisst es in ihrer am Weihnachtsbotschaft vom 4. Dezember, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) initiiert wurde.

Zu den Unterzeichnern gehört unter anderen Olav Fykse Tveit. Er ist Generalsekretär des Weltkirchenrates, zu dessen Gründungsmitgliedern auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund gehört. Neben Tveit haben auch der orthodoxe Metropolit Cleopas im Namen des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die Botschaft unterschrieben. Weitere Unterzeichner kommen unter anderem aus Österreich, Tschechien, Rumänien, Estland, Grossbritannien und Italien.

Europas Schutzpflicht

Es sei inakzeptabel, dass das sogenannte Migrationsmanagement zu Situationen führe, in denen «der massive Verlust menschlichen Lebens auf dem Weg nach Europa normal geworden ist», heisst es in der Botschaft. Zwar bleibe der Schutz in den Herkunftsregionen von Migranten und Flüchtlingen wichtig. «Solange aber Gründe für Migration existieren, sollte Europa seine Verpflichtung zu Aufnahme und Schutz akzeptieren – als eine der reichsten und am stärksten entwickelten Regionen der Welt.»

Die religiösen Persönlichkeiten verweisen auf das Beispiel Jesu. «Wenn wir Christus in der Gestalt des Fremden erkennen, beginnen wir dem Göttlichen im anderen zu begegnen.» Jesus sei als Kind selbst Flüchtling in Ägypten gewesen und habe sich später mit Flüchtlingen und Unterdrückten identifiziert, heisst es in der Weihnachtsbotschaft. (epd/pd)