Rat der Religionen verabschiedet interreligiöse Flüchtlingserklärung

Schweizer Vertreter von Juden, Christen und Muslimen fordern in einer gemeinsamen Erklärung mehr Engagement für Flüchtlinge.


Der Schweizerische Rat der Religionen hat eine interreligiöse Flüchtlingserklärung veröffentlicht. Einerseits rufen die Mitglieder des Rates die Gläubigen dazu auf, sich mehr für Flüchtlinge zu engagieren. Andererseits fordern sie Staat und Politik dazu auf, Verantwortung für die Bedürfnisse der Flüchtlinge zu übernehmen.

Fünf Appelle hat der Rat zur Schweizerischen Flüchtlingspolitik formuliert. Darin geht es gemäss Mitteilung unter anderem um ein faires Asylverfahren in der Schweiz, eine Rückkehr in Würde für abgewiesene Personen sowie um das sogenannte «Resettlement». Die Schweiz solle demnach die Umsiedlung als langfristiges Instrument ihrer Flüchtlingspolitik institutionalisieren.

Im Sinne des UNO-Hochkommissariats

Das UNHCR-Büro für die Schweiz und Liechtenstein habe den Rat bei der Realisierung der Erklärung unterstützt. Der Rat beruft sich mit seiner Erklärung auf den internationalen Dialog «Faith and Protection», wonach sich Religionsgemeinschaften für den Flüchtlingsschutz einsetzen sollen. Angestossen wurde der Dialog 2012 vom früheren Flüchtlingshochkommissar und heutigen Generalsekretär António Guterres.

Der Rat der Religionen wurde 2006 gegründet und setzt sich aus leitenden Persönlichkeiten der drei christlichen Landeskirchen, der jüdischen Gemeinschaft, der christlich-orthodoxen Kirchen sowie islamischer Organisationen zusammen. Der Rat will nach eigenen Angaben den interreligiösen Dialog fördern. (pd)