Deutschland

Kirchen in Sorge um Flüchtlinge auf Lesbos

Evangelische Kirchen haben mit einem Schreiben auf die Zustände in Lesbos hingewiesen. Besonders der Winter bereitet ihnen Sorgen.

Leitende Geistliche von vier evangelischen Kirchen haben sich aus Sorge um das Schicksal der Geflüchteten in zwei Lagern auf der griechischen Insel Lesbos an die Regierung in Athen gewandt. «Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass Zentren, die als Anlaufstellen für schutzbedürftige Menschen dienten, womöglich geschlossen werden», heisst es in einem Brief, den die Landeskirchen von Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Rheinland und Westfalen am Donnerstag veröffentlichten. Die Camps Kara Tepe und Pikpa seien die einzigen Orte auf der Insel, in denen besonders gefährdete Menschen Unterkunft fänden.

Angesichts des nahenden Winters weisen die Kirchen auf den «dringenden humanitären Bedarf dieser beiden Lager» hin. «Die Leistungen, die dort erbracht werden, sind von enormer Bedeutung für schutzbedürftige Menschen.» Sie appellieren an die griechische Regierung, die Flüchtlingszentren Pikpa und Kara Tepe offen zu halten. Die Anlaufstellen für schutzbedürftige Menschen stünden «für praktizierte Nächstenliebe und Menschenwürde» sowie für den «fundamentalen christlichen Auftrag, die Schwachen und Bedürftigen zu schützen.»

Kopie an Bundesinnenminister

Der Brief trägt die Unterschrift von Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das Schreiben wurde in der vergangenen Woche an Notis Mytarakis, Minister für Zuwanderung und Asyl, und an Yiannis Vroutsis, Minister für Arbeit und Soziales, sowie in Kopie an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geschickt. (epd/bat)