Krieg in der Ukraine

Kathedrale von Odessa schwer beschädigt

Bei russischen Angriffen auf die Hafenstadt Odessa sind grosse Teile der orthodoxen Verklärungskathedrale zerstört worden. Eine Rakete schlug mitten im Altarbereich ein.

Bauarbeiter und Geistliche begutachten die Schäden in der Verklärungskathedrale. (Nina Liashonok / Keystone)

Bei erneuten russischen Luftangriffen auf die Hafenstadt Odessa sind nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Neben mehreren Wohngebäuden wurde ausserdem die grösste orthodoxe Kirche der Stadt, die Spaso-Preobraschenskji-Kathedrale, schwer beschädigt.

Die als Verklärungskathedrale bekannte Kirche liegt im historischen Zentrum der Schwarzmeer-Stadt, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Beim Beschuss in der Nacht auf Sonntag sei der Hauptaltar von einer Rakete getroffen worden, wie die örtliche Diözese der Ukrainischen Orthodoxen Kirche laut Medienberichten mitteilte.

Demnach seien die Fassade des Gebäudes eingestürzt, sämtliche Fenster herausgebrochen sowie der Altar zerstört worden. Die im Jahr 1809 geweihte Kathedrale ist schon einmal durch Stalin zerstört und erst 1999 wieder aufgebaut worden. Ebenfalls beschädigt wurden mehrere Museen im Zentrum der Stadt.

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Angriffe in einer Erklärung scharf verurteilt. Die ungeheuerliche Zerstörung stelle eine «Eskalation der Gewalt gegen das kulturelle Erbe der Ukraine» dar, wird Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay zitiert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Vergeltung an. «Raketen gegen friedliche Städte, gegen Wohngebäude, gegen eine Kathedrale... Es kann keine Entschuldigung für das russische Böse geben», schrieb Selenskyj am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal. «Wie immer wird auch dieses Böse verlieren. Und es wird für Odessa definitiv eine Vergeltung gegen die russischen Terroristen geben.»

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestritt, dass eine russische Rakete für die Schäden an der Kathedrale verantwortlich sei. Vermutlich sei eine ukrainische Luftabwehrrakete in das Gebäude gestürzt, teilte das Ministerium mit. (no)