Kantone sollen mehr Ressourcen gegen Menschenhandel bekommen
Der Nationalrat will den Bundesrat beauftragen, den Kantonen umgehend mehr Mittel für die effektive Bekämpfung von Menschenhandel und Ausbeutung zur Verfügung zu stellen. Er hat eine entsprechende Motion von EVP-Nationalrätin und Parteipräsidentin Marianne Streiff (BE) mit 108 zu 76 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen, wie es in einer EVP-Medienmitteilung vom 10. Dezember heisst.
Gerade die spezialisierte Strafverfolgung von Menschenhandelsdelikten und Ausbeutung sei sehr komplex sowie zeitlich und personell enorm aufwändig. Kantone mit kleinen Polizeikorps könnten die finanziellen und personellen Ressourcen für eine effektive Strafverfolgung nicht oder nicht in ausreichendem Masse selbst aufbringen.
«Ein Staatsanwalt eines kleinen oder mittleren Kantons kann pro Jahr maximal einen mittelgrossen Fall von Arbeitsausbeutung aufnehmen, obwohl ihm mitunter weitaus mehr Baustellen bekannt sind», appellierte Motionärin Marianne Streiff in ihrem Votum vor dem Rat. Es brauche hier auf Seiten der Polizei und der Staatsanwaltschaft Spezialistinnen und Spezialisten, die wirklich die Kapazitäten haben, sich der Bekämpfung von Menschenhandel und Ausbeutung zu widmen.
Die Motion geht nun in den Ständerat. (bat)