Religiöse Vielfalt

Kanton Bern lanciert digitale Karte der Religionen

Der Kanton Bern hat eine digitale Religionslandkarte publiziert. Sie soll helfen, die Beziehungen des Kantons zu den privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften zu vertiefen.

Gemeinschaften aus über 20 religiösen Traditionen sind an rund 640 Standorten im Kanton Bern aktiv. Um diese Vielfalt abzubilden, hat die Direktion für Inneres und Justiz (DIJ) eine digitale Religionslandkarte publiziert. Die Karte mache die Standorte der verschiedenen Gemeinschaften erstmals für eine breite Öffentlichkeit sichtbar, heisst es in einer Mitteilung vom 29. Oktober.

Für den Kanton sei die Karte zudem ein Schritt, um Beziehungen zu den privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften aufzunehmen. Dazu zählten unter anderem muslimische, hinduistische, buddhistische oder christlich-freikirchliche Gemeinschaften. Nach statistischen Hochrechnungen gehörten den privatrechtlichen Organisationen rund zwölf Prozent der über 15-jährigen Bernerinnen und Berner an, heisst es in der Mitteilung weiter.

Während die Zusammenarbeit mit den anerkannten Landeskirchen eine bewährte Tradition habe, fehlten bisher die Kontakte zu den weiteren Gemeinschaften. «Wir wollen die privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften besser kennenlernen. Und wir wollen, dass sie uns kennen», wird Regierungsrätin Evi Allemann in der Mitteilung zitiert.

Die Vernetzung des Kantons mit allen religiösen Akteurinnen und Akteuren soll laut Allemann rasches Handeln im Alltag und im Krisenfall ermöglichen. Sie soll aber auch dazu dienen, staatliche Ungleichbehandlung zwischen den Religionen leichter zu erkennen und zu reduzieren. Erstellt wurde die Religionslandkarte vom kantonalen Beauftragten für kirchliche und religiöse Angelegenheiten (BKRA). (no)