Imam, Rabbiner, Diakon und Vorbeter erhalten «Dialogpreis Schweizer Juden»

Ein Preis für drei Religionen: Erstmals ist der «Dialogpreis Schweizer Juden» vergeben worden – einem Imam, einem Rabbiner, einem Diakon und einem jüdischen Vorbeter. Der Preis soll den Zusammenhalt stärken, wie die Preisverleiher mitteilen.


Im Bierhübeli in Bern ist zum ersten Mal der «Dialogpreis Schweizer Juden» verliehen worden. «Der Dialog ist nötig und unverzichtbar, damit Menschen mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen zusammenfinden», erklärte Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), dessen Bedeutung. Der SIG hat die Auszeichnung zusammen mit der «Plattform der Liberalen Juden der Schweiz» (PLJS) lanciert.

Verliehen wurde der Preis am 29. Mai dem Imam Muris Begovic und dem Rabbiner Noam Hertig aus der Deutschschweiz, sowie dem protestantischen Diakon Maurice Gardiol und dem jüdischen Vorbeter Eric Ackermann aus der Westschweiz.

Alle fördern laut Mitteilung seit Jahren den Dialog und Austausch zwischen Juden, Muslimen und Christen. Die beiden Deutschschweizer leiteten die erste jüdisch-muslimische Dialogveranstaltung der SIG, der PLJS und der muslimischen Dachverbände «Koordination Islamischer Organisationen Schweiz» (Kios) und Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (Fids). Die Westschweizer werden laut den Preisverleihern wegen ihrer Arbeit in der interreligiösen Plattform Genf prämiert.

Zweimal 10’000 Franken

Der Dialogpreis ist mit zweimal 10’000 Franken dotiert – einmal für die Deutschschweiz und einmal für die Romandie – und soll für ein gemeinsames Dialogprojekt eingesetzt werden.

Die vier Preisträger seien der beste Ausdruck für die Überzeugung, dass «eine wahrhaftige, vertiefte Auseinandersetzung mit dem Schöpfer in die Erkenntnis des gottgewollten Friedens und in den religions- und kulturübergreifenden Respekt voreinander» führe, teilte die Fids mit und bedankte sich bei den Verleihern des Preises.

Gemeinsames Fastenbrechen

An der Preisverleihung waren nebst Religionsvertretern auch Politiker wie Bundespräsident Alain Berset oder FDP-Nationalrat Beat Walti, Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, anwesend. «Dieser Dialogpreis ist nicht ein Preis unter vielen», so Walti in seiner Laudatio. «Für mich ist es der richtige und wichtige Preis in einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit schwelt und Antisemitismus wieder auflodert.» (kat.ch/ft)