Kämpfe zwischen Israel und Palästinensern halten an
Im Gazastreifen ist die Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern erneut eskaliert. Nun haben mehrere Staaten zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen, darunter Deutschland, Frankreich, Ägypten und Jordanien. Auch die Schweiz appellierte gegenüber Israel und den Palästinensergebieten, die Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu schützen.
Israels Luftwaffe hatte in den vergangenen Tagen nach Militärangaben mehr als 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen, darunter Waffenproduktionsstätten sowie eine Zentrale des Dschihads, von der aus die Gruppe Raketenabschüsse auf Israel geplant haben soll. Am Donnerstag gab Israel bekannt, ein viertes hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihads getötet zu haben.
Laut dem Gesundheitsministerium in Gaza wurden seit Dienstag 25 Menschen getötet und 70 verletzt. Bei mindestens 17 der Toten handelte es sich palästinensischen Angaben zufolge um Zivilisten. Darunter sollen sich auch mehrere Frauen und Kinder befunden haben.
Raketen bis nach Tel Aviv
Als Reaktion feuerten militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee mehr als 500 Raketen auf Israel ab. Rund 360 davon überquerten demnach die Grenze. Auch im Grossraum Tel Aviv waren mehrfach Sirenen zu hören.
Es war dort der erste Raketenalarm dieser Art seit August vergangenen Jahres. Einige Häuser im Süden des Landes wurden Berichten zufolge zerstört. Mehrere Menschen verletzten sich zudem auf dem Weg zu Schutzräumen. Laut Armee sollen im Gazastreifen vier zivile Opfer durch fehlgeleitete Dschihad-Raketen getötet worden sein. Unabhängig war dies zunächst nicht zu überprüfen.
Vermittlungsversuche gescheitert
Mehrere ägyptische Medien hatten am Mittwochabend gemeldet, Ägypten habe erfolgreich eine Waffenruhe zwischen Israel und den Parteien im Gazastreifen vermittelt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber von keiner der beteiligten Seiten. Neben Ägypten bemühten sich Berichten zufolge auch Katar und die UN um eine Feuerpause.
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Tötung von Zivilisten. Er forderte Israel auf, den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts gerecht zu werden. Israel vom Gazastreifen aus mit Raketen zu beschiessen, verstosse ebenfalls gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährde das Leben Unbeteiligter auf beiden Seiten, mahnte Guterres.
Die im Gazastreifen herrschende Hamas und der Islamische Dschihad werden von den USA, der EU und Israel als Terrororganisationen eingestuft. Beide Gruppierungen haben sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben. (sda/ pef)