Jeden Tag verschwinden minderjährige Geflüchtete
Das Rechercheteam von Lost in Europe ermittelte demnach Daten aus 13 europäischen Ländern, darunter auch der Schweiz. Die Umfrage ergab, dass Italien mit knapp 29‘000 die höchste Zahl an registrierten vermissten Minderjährigen aufweist. Es folgen Österreich (20‘077), Belgien (2241), Deutschland (2005) und die Schweiz (1226).
Die Zahl der vermissten Kinder könnte allerdings noch höher sein, da viele europäische Länder keine oder nur unvollständige Daten erhöben, schreibt das Netzwerk. Zudem hätten nicht alle Länder auf die Umfrage geantwortet.
Laut einem Bericht des «Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb24)», der an der Recherche beteiligt war, führten oft die Wartezeiten bis zur Zuteilung eines neuen Zuhauses dazu, dass die jugendlichen Geflüchteten auf eigene Faust losziehen. Für die Vermissten seien die Gefahren gross, sie könnten leichte Beute für kriminelle Organisationen und Opfer von Ausbeutung und sexuellem Missbrauch werden.
Die neuesten Daten zeigten, dass die Zahl der Vermissten gegenüber der Vorperiode deutlich gestiegen sei. Zwischen 2018 und 2021 seien mit rund 18'000 deutlich weniger Minderjährige verschwunden. Die meisten Kinder und Jugendlichen stammen laut dem Bericht aus Marokko, Algerien und Eritrea. (no)