Krieg im Nahen Osten
Lukas Kundert rügt Weltkirchenrat
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) steht wegen seiner Verurteilung Israels weiter in der Kritik. In einem Gastbeitrag im jüdischen Wochenmagazin Tachles wirft der Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert dem ÖRK eine offen antisemitische Haltung vor. «Der ÖRK tut sich offensichtlich schwer damit, dass es eine Heimstätte für Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt gibt», schreibt Kundert.
Der Pfarrer und Präsident der «Swiss Church Israel» zielt damit auf eine anlässlich einer Tagung in Südafrika publizierte Stellungnahme des ÖRK. Darin verurteilte der Zentralausschuss Israels Politik gegenüber den Palästinensern als «System der Apartheid». Zudem forderte er die Staaten und Institutionen zu Sanktionen und Waffenembargos gegen Israel auf (ref.ch berichtete).
Der ÖRK betreibe damit eine Täter-Opfer-Umkehr und laste dem jüdischen Staat an, dass man ihn «seit 77 Jahren aus dem Nahen Osten ausradieren will», schreibt Kundert dazu.
Der Kirchenratspräsident kritisiert weiter das Konsensverfahren, in dem der Entscheid des Zentralausschusses getroffen wurde. Auf diese Weise seien die antisemitismus-kritischen Stimmen im Gremium mundtot und auch die Stimme der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) unsichtbar gemacht worden.
EKS-Präsidentin Rita Famos stellte im Anschluss an die Tagung klar, dass sie mit der Formulierung des ÖRK nicht einverstanden sei und dieser nicht zugestimmt habe. Die Bezeichnung «Apartheid» trage nichts zur Lösung bei und polarisiere nur, schrieb Famos. (no)