Krieg im Nahen Osten

Israels Armee greift wieder im Gazastreifen an

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind laut dem Medienbüro der Hamas Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Die Kriegsparteien werfen einander vor, für das Scheitern der Waffenruhe verantwortlich zu sein.

Die Kämpfe im Nahen Osten intensivieren sich wieder. Zum ersten Mal seit zwei Monaten hat Israel schwere Luftangriffe im Gazastreifen durchgeführt. Berichten zufolge wurden dabei Führungsleute der Hamas getötet. Insgesamt sollen über 200 Menschen gestorben sein.

Israel begründete sein militärisches Vorgehen mit der Weigerung der Hamas, die verbliebenen Geiseln freizulassen. Ausserdem weise die Hamas jegliche Vorschläge von Vermittlern zurück, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit.

Die Hamas schrieb in einer Erklärung, dass Netanjahu und seine «extremistische Regierung» beschlossen hätten, das Waffenruhe-Abkommen «zu brechen». Damit riskiere Israel das Leben der Geiseln, drohte die Terrororganisation. Sie forderte die Vermittler Ägypten, Katar und USA auf, Israel «für den Bruch» des Abkommens zur Verantwortung zu ziehen.

USA erhöhen Druck auf Huthi

Das Weisse Haus war von Israel vorab über die Bombardierung des Gazastreifens informiert worden. In derselben Nacht setzten die USA ihre heftigen Angriffe auf die Huthi im Jemen fort, wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte. Die Miliz ist wie die Hamas in Gaza Verbündeter des Irans.

Arabische Medien berichteten in der Nacht von Luftangriffen im Raum der Hafenstadt Hudaida sowie der Hauptstadt Sanaa. Nach früheren Huthi-Angaben wurden mindestens 53 Menschen getötet. Ähnlich wie Israel im Gazastreifen geht auch das US-Militär im Kampf gegen die Huthi ganz gezielt gegen die Anführer der Miliz vor.

Die USA wollen die Angriffe nach Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth erst einstellen, wenn die Miliz ihrerseits die Attacken auf die Schifffahrt beendet. Die Huthi hatten vor wenigen Tagen angekündigt, diese Angriffe auf Schiffe im Roten Meer wieder aufzunehmen. Sie wollen damit nach eigenen Angaben ein Ende der Blockade des Gazastreifens durch Israel erreichen.

Sorge vor Eskalation

Die Vereinten Nationen riefen zu äusserster Zurückhaltung und zur Einstellung aller militärischen Aktivitäten auf. Jede weitere Eskalation könne Vergeltungsmassnahmen auslösen und die Region weiter destabilisieren.

Im Januar war zwischen Israel und der Hamas eine zunächst sechswöchige Waffenruhe vereinbart worden. Bisher konnten sich beide Seiten nicht auf die Bedingungen für eine Verlängerung einigen. Israel hatte mit Wiederaufnahme des Krieges gedroht, sollte die Hamas keine weiteren Geiseln freilassen. Auch während der Waffenruhe war es immer wieder zu tödlichen Angriffen gekommen. Die Hamas und andere Islamistengruppen halten nach israelischen Informationen noch 24 Geiseln und die Leichen von 35 Entführten fest.

Auslöser des Gaza-Krieges war der Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 48'500 Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. Die Angaben, die nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterscheiden, lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Israel spricht von rund 20'000 getöteten Terroristen. (sda/ pef)

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