Krieg im Nahen Osten
Kirchen warnen vor Massenvertreibung
Die Patriarchen und Kirchenführer in Jerusalem haben vor einer ernsten Gefahr der Massenvertreibung von Palästinensern aus dem Gazastreifen gewarnt. Dies wäre eine «Ungerechtigkeit, die die Menschenwürde zutiefst verletzt», heisst es laut Kathpress in einer gemeinsamen Erklärung.
Die seit Generationen im Land ihrer Vorfahren lebenden Menschen dürften nicht ins Exil gezwungen werden. Die Kirchen schlossen sich der Position des jordanischen Königs Abdullah II. und des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi an, dass jeder Versuch der Vertreibung der Bevölkerung von ihrem Land klar und deutlich zurückgewiesen werden müsse.
Zuletzt hatten Pläne von US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen gesorgt, der aus den zerstörten Gebieten im Gazastreifen eine «Riviera des Nahen Ostens» machen und dafür die Bevölkerung umsiedeln wollte.
Rasches Handeln gefordert
Angesichts der enormen Zerstörung im Gazastreifen sprachen die Kirchenoberhäupter von einer moralischen und humanitären Tragödie. Tausende unschuldige Menschen seien in dem Krieg getötet worden, der nach dem Überfall der palästinensischen Hamas auf Israel ausbrach. Kinder, Alte und Kranke litten unvorstellbare Not.
Sie forderten ein rasches und entschlossenes Handeln der Welt, um die Katastrophe zu stoppen. Gefangene und Geiseln auf beiden Seiten müssten freigelassen und ein sofortiger ungehinderter humanitärer Zugang zum Gazastreifen geschaffen werden.
Kirchen als Schlüsselakteure
Bei einem Treffen mit Diplomaten und UNO-Vertretern in Jerusalem forderten die Kirchen im Heiligen Land auch Unterstützung beim Wiederaufbau im Gazastreifen sowie für kirchliche Einrichtungen im besetzten Westjordanland und Jerusalem. Die Kirchen müssten als «Schlüsselakteure bei der Schaffung eines nachhaltigen Friedens für Israelis und Palästinenser» anerkannt werden, erklärte das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem im Anschluss an die Begegnung. (sda/ no)