Iran

Weiteres Todesurteil nach Massenprotesten vollstreckt

Die iranische Justiz hat im Zusammenhang mit den Massenprotesten zum Jahreswechsel einen weiteren Mann hingerichtet. Er wurde wegen «Kriegführung gegen Gott» verurteilt.

Das Todesurteil wurde an Siavasch Jamschidi vollstreckt, der sich im Januar an den landesweiten Protesten beteiligt haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, dabei auf Polizisten geschossen zu haben, wie die justiznahe Nachrichtenagentur Misan mitteilte.

Die Auswertung von Mobilfunkdaten soll seine wiederholte Anwesenheit bei den Unruhen bestätigt haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen «Kriegführung gegen Gott» (Moharebeh), die Nutzung einer Schusswaffe sowie Verschwörung gegen die Sicherheit des Landes zum Tode.

Im Zusammenhang mit der Protestwelle zum Jahreswechsel sind nach Angaben von Menschenrechtlern bislang mindestens 32 Männer hingerichtet worden. Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO), Mahmood Amiry-Moghaddam, erklärte auf X, mindestens 100 weiteren Demonstranten drohe die Exekution.

Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren die systematische Anwendung der Todesstrafe in der Islamischen Republik Iran. Sie werfen den Behörden vor, Hinrichtungen gezielt zur Abschreckung und politischen Einschüchterung zu nutzen. Die Justiz stützt sich dabei häufig auf dehnbare Straftatbestände wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung.

Laut einem Bericht von Amnesty International richtete der Iran im Jahr 2025 mindestens 2159 Menschen hin. Dies entspricht dem höchsten gemessenen Wert seit 1981. (sda/ no)

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