Europäischer Paulskirchenpreis

Iranische Preisträgerin fordert Unterstützung der Opposition

Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie ist erstmals verliehen worden. Die Preisträgerin, die iranische Journalistin Masih Alinejad, hat zur Unterstützung der Opposition im Iran aufgerufen.

Die iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad hat in Frankfurt am Main den ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie erhalten. Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) nannte die Trägerin des mit 46'000 Schweizer Franken dotierten Preises «das Gesicht und die mutige Stimme der Hoffnung für Millionen von Iranerinnen und Iranern».

Sie war 2009 wegen eines Mordaufrufs durch den jüngst getöteten Ayatollah Ali Khamenei ins US-amerikanische Exil geflohen. Die Autorin richtete einen eindringlichen Appell an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) und weitere Gäste, das iranische Volk in seinem Ringen um Freiheit zu unterstützen.

«Freiheit ist niemals gewährt worden, sie ist erkämpft worden», sagte Alinejad laut Redemanuskript. Demokratische Staaten hätten zu oft darin versagt, Menschen zu unterstützen, die Freiheit verlangten. Autoritäre Regime würden nicht durch Verhandlungen oder Handel verändert. Einige westliche Führer hätten den iranischen Staatsspitzen nach den Scheinwahlen sogar gratuliert. «Wenn Sie eine Diktatur legitimieren, ermächtigen Sie sie, mehr Menschen zu töten», sagte die Exil-Autorin.

Das iranische Volk brauche keine Solidaritätserklärungen, sondern Hilfe im Kampf für die Demokratie, betonte die Preisträgerin. Zweimal sei ein Mordanschlag auf sie in den USA versucht worden, «weil ich Frauen ermutige, für ihre Rechte aufzustehen».

Terroristen wie die Revolutionsgarden zu beseitigen, «ist keine Verletzung des internationalen Rechts, es ist Gerechtigkeit für die Opfer», sagte Alinejad. Die Iranerinnen und Iraner riskierten alles, um die Demokratien vor einer der weltweit gefährlichsten Ideologien zu schützen, dem Islamismus.

Eine Unterstützung der Freiheitskämpfer sei eine Notwendigkeit für eine sicherere Welt. «Diejenigen, die für die Demokratie kämpfen, dürfen niemals allein gelassen werden», sagte sie laut Manuskript. (epd/ gab)

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