Krieg im Nahen Osten
Salman Rushdie: Freiheit im Iran kommt nicht durch Bomben
In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerks Deutschland bekundete der Schriftsteller Salman Rushdie Sympathie mit jedem Versuch, den Menschen im Iran «echte Freiheit zu geben». Ob das von aussen möglich sei, bezweifle er jedoch. «Sicher ist, dass es nicht gelingt, indem man sie bombardiert.» Zudem glaubt Rushdie nicht, dass die Freiheit der Iraner Teil von «Mister Trumps Projekt» sei.
«Das iranische Regime ist leider nicht so schwach, wie die Leute dachten – weil es sehr rücksichtslos ist», sagte Rushdie. Bei Unruhen habe sich gezeigt, wie viele Menschen aus der eigenen Bevölkerung es zu töten bereit sei. Zugleich sagte Rushdie in dem Interview, Geschichte sei unberechenbar, sie könne sehr unerwartet ihre Richtung ändern. Er verwies auf die friedliche Revolution in der DDR 1989.
Salman Rushdie wird bedroht, weil der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini im Jahr 1989 wegen Rushdies Romans «Die satanischen Verse» eine Fatwa veröffentlichte, die zur Ermordung des Autors aufrief. Einige Muslime fühlten sich durch das 1988 erschienene Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt.
2022 war der Schriftsteller bei einem Attentat mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Das Messer durchtrennte seinen Sehnerv, seitdem ist er auf einem Auge blind. Rushdie lebt in New York. (sda/ no)