In Libyen brauchen laut UN 1,1 Millionen Menschen Hilfe

Die Situation in Libyen macht die Verteilung von Hilfsgütern laut einer UN-Hilfskoordinatorin oft unmöglich. Allein für 2018 seien 250 Millionen Euro nötig, um die Menschen vor Ort zu versorgen.


In Libyen sind den Vereinten Nationen zufolge mehr als eine Million Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die anhaltende Gewalt in dem zerrissenen Staat mache die Verteilung von Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und anderen Gütern oft unmöglich, teilte die UN-Hilfskoordinatorin für Libyen, Maria do Valle Ribeiro, am 5. Februar in Genf mit.

Zu den 1,1 Millionen Hilfsbedürftigen zählten Libyer, die vertrieben wurden oder ihre Lebensgrundlage durch die Kämpfe verloren haben. Ebenfalls auf Unterstützung angewiesen seien Flüchtlinge aus anderen Ländern. Insgesamt etwa 250 Millionen Euro sind demnach nötig, um die Menschen in diesem Jahr zu versorgen.

Zahlreichen Verbrechen ausgeliefert

Die Hilfskoordinatorin erklärte, es sei nicht möglich zu beziffern, wie viele Menschen in Libyen auf eine Überfahrt nach Europa warteten. Seit der Balkan als Fluchtroute gesperrt ist, versucht ein Grossteil der Flüchtlinge und Migranten von Libyen aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die Menschen, die vor Gewalt und Armut in ihren Ländern fliehen, stechen in libyschen Häfen in Schleuserbooten in See.

Laut Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sind die Migranten in Libyen zahlreichen Menschenrechtsverbrechen wie Folter, Zwangsarbeit, Vergewaltigungen und Entführungen durch Behördenmitarbeiter, Milizen und Schleuser ausgeliefert. In dem ölreichen Land stehen sich eine international anerkannte Regierung und eine Gegenregierung gegenüber. Zudem kontrollieren Milizen verschiedene Teile des Landes. (epd)