In Basel zieht neu der Kanton die Kirchensteuer ein

Künftig wird der Kanton die Kirchensteuern in Basel-Stadt einziehen. Bei der evangelisch-reformierten Kirche ist man erleichtert.


Das Stimmvolk des Kantons Basel-Stadt hat mit 59,05-Ja zu 40,95-Nein-Stimmen deutlich ja zur Teilrevision des kantonalen Steuergesetzes gesagt. Die Revision erlaubt es den Kirchen, ihre Steuern durch die kantonale Steuerverwaltung einziehen zu lassen.

Die Änderung der Praxis wurde nötig, weil der Kanton sein Computersystem aktualisiert, was es den Kirchen verunmögliche, die Steuern wie heute selbst einzuziehen. Die Alternative zum Einzug der Steuern durch den Kanton wäre der teure und risikobehaftete Aufbau eines Steuerrechenzentrums für alle Kirchen und Religionsgemeinschaften gewesen, heisst es in einer Mitteilung der Römisch-Katholischen Kirche des Kantons Basel-Stadt.

Atheisten waren dagegen

«Wir sind froh und dankbar, dass wir uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können und unser Geld nicht in Computersysteme investieren müssen», erklärt Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, laut Mitteilung.

Im Grossen Rat war die Teilrevision des Steuergesetzes unbestritten: Das Basler Parlament hatte am 14. November 2018 der Vorlage mit 76 gegen 6 Stimmen zugestimmt. Gegen den Beschluss hatten jedoch die Freidenker und die humanistischen Atheisten das Referendum ergriffen. (bat/kath.ch)