Sozialarbeit

Im Caravan vor dem Gefängnis hat es immer Platz

Wer einen Angehörigen in der Haftanstalt Pöschwies in Regensdorf besucht, hat bislang im Freien warten müssen. Nun bietet das Pilotprojekt «Familien-Mobil» Verpflegung, Gespräche und Seelsorge vor den Gefängnismauern an.

Warteraum, Begegnungsort und Beratungsstelle in einem: Der Wohnwagen vor der JVA Pöschwies richtet sich an Menschen, die Inhaftierte besuchen. (Bild: zvg)

Ein Wohnwagen vor dem Gefängnis als Anlaufstelle für Angehörige von Inhaftierten? Die Leitung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies in Regensdorf ZH war sofort von der Idee angetan. Denn bis anhin standen die Besucherinnen und Besucher bei schlechtem Wetter buchstäblich im Regen.

Zusammen mit Vertreterinnen der Organisationen ExtraMural und Team72 suchte die JVA-Leitung nach einem geeigneten Stellplatz – denn keinesfalls sollte der Caravan zu nahe an der Gefängnismauer stehen und vielleicht sogar einen Ausbruch von Straftätern ermöglichen. Das erzählt Sozialarbeiterin Ivana Mehr von ExtraMural im Gespräch mit ref.ch.

Vorerst für drei Monate wird der Wohnwagen in Regensdorf stehen. Die aufsuchende Angehörigenarbeit «Familien-Mobil» ist ein Pilotprojekt der evangelisch-reformierten und der katholischen Kirche des Kantons Zürich sowie der Beratungsstellen ExtraMural und Team72.

Unabhängig von Herkunft oder Konfession erhalten Familienmitglieder von Inhaftierten Beratung und eine Möglichkeit zum Gespräch – oder auch nur etwas zu trinken. Auf Wunsch können sie auch die Dienste der Spitalseelsorge der Landeskirchen in Anspruch nehmen.

Wie die Initianten mitteilen, handelt es sich bei dem Pilotprojekt um das erste Angebot dieser Art in der Deutschschweiz.