Illegale Einreisen in die Schweiz sind leicht gesunken
Rund 50'000 Personen sind 2023 an der Schweizer Grenze aufgegriffen worden, als sie illegal ins Land einreisen wollten. Das besagt eine Statistik des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG).
Am stärksten vertreten sind afghanische Staatsangehörige. Knapp jede dritte aufgegriffene Person stammte aus Afghanistan. Die Grenzwache übergab im vergangenen Jahr 7614 Personen an ausländische Behörden, gegenüber 2022 entsprach dies einem Anstieg von rund 22 Prozent.
Mutmassliche Schlepper gab es 2023 weniger: Es wurden 388 angehalten – gegenüber 476 im Vorjahr. Diese Personen wurden in der Regel an die zuständige Kantonspolizei übergeben.
Mehr Personal im Tessin
Viele Migrantinnen und Migranten wurden im Tessin aufgegriffen. Dass im Tessin mehr illegale Einreisen als früher gezählt wurden, lag nach Angaben des BAZG vor allem an einer Verschiebung der Migrationsrouten auf dem Balkan.
Flüchtlinge und Migranten wählen seit einiger Zeit hauptsächlich die Route von Serbien über Bosnien, Kroatien und Slowenien nach Italien und weiter in Richtung Norden. Der Bund verstärkte deshalb den Grenzschutz im Tessin.
Die meisten reisen weiter
Nur rund drei Prozent der Migrantinnen und Migranten, die an der Südgrenze identifiziert werden, stellen einen Asylantrag in der Schweiz. Die Allermeisten wollen nach Frankreich oder Grossbritannien weiterreisen.
Die Schengen-Staaten arbeiten derzeit an einer Reform des Asylsystems, um auf Krisen reagieren zu können. Vom neuen europäischen Migrationsabkommen, an dem die Schweiz beteiligt ist, verspricht sich der Bundesrat eine gerechtere Verteilung der Migranten.
Eine Einschätzung zur allgemeinen Migrationslage nimmt jeweils das SEM vor. Dieses rechnet für 2024 mit einer ähnlich hohen Anzahl Asylgesuche in der Schweiz wie im vergangenen Jahr – also mit 28'000 bis 30'000 Gesuchen. (sda/ dst)