Krieg in der Ukraine

Tausende solidarisieren sich mit Ukraine

Zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine haben sich in Bern tausende Menschen zu einer Solidaritätskundgebung versammelt. Auch in anderen Städten fanden Gedenkanlässe und Friedensgebete statt.

Die Kundgebung wurde von einem breiten Bündnis aus Parteien, Verbänen und Gewerkschaften unterstützt. (Bild: Peter Schneider/ Keystone)

Am 24. Februar 2022 ist die russische Armee in die Ukraine eingefallen. An einer Kundgebung in Bern haben tausende Menschen an das Leid erinnert, das der Krieg mit sich gebracht hat.

« Es herrschte eine grosse Betroffenheit und Solidarität. »
Catherine Berger, EKS-Rätin

Für die Kundgebung in Bern verantwortlich war der Ukrainische Verein Schweiz. Unterstützt wurde er von einem breiten überparteilichen Bündnis, dem linke und grüne Parteien, aber auch die Mitte, die EVP und die FDP angehören. Auch Gewerkschaften, Hilfsorganisationen oder die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) zählen zu den Unterstützerinnen.

Für die EKS hat Ratsmitglied Catherine Berger an der Kundgebung teilgenommen. «Es herrschte eine grosse Betroffenheit und Solidarität unter den Teilnehmenden», sagt sie auf Anfrage von ref.ch. Die Organisatoren seien sehr dankbar für die Unterstützung und Teilnahme der Kirchen gewesen. «Das hat mich berührt.» 

Ukrainer und Ukrainerinnen hätten während der Kundgebung an die Menschen appelliert, diesen Krieg nicht einfach hinzunehmen. Jeden Tag würden Leute getötet und vergewaltigt. Zudem erinnerten die Betroffene daran, dass die Ukraine nicht nur sich selbst, sondern auch den Westen und die Rechtsstaatlichkeit verteidige.

Die bewilligte Kundgebung verlief friedlich. Die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten sich am Nachmittag auf der Schützenmatte beim Bahnhof Bern versammelt und zogen dann zum Bundesplatz. Dort wehte ein blau-gelbes Fahnenmeer. Viele Menschen führten Transparente mit sich oder hatten sich anderweitig in den Landesfarben der Ukraine geschmückt. Eine Sängerin umrahmte das Programm.

« Es war eher eine Menschenmenge als eine Menschenkette. »
Cornelia Camichel Bromeis, Pfarrerin der Kirche St. Peter

In verschiedenen Städten fanden am Abend zudem Friedensgebete oder Gedenkanlässe statt – in Bern in der Christkatholischen Kirche Peter und Paul, in Basel in der Offenen Kirche Elisabethen und in Zürich im Grossmünster.

In Zürich bildeten die Menschen Ketten, die vom Stadthaus links der Limmat bis zum Grossmünster auf der anderen Flussseite reichten. Die Pfarrerin der Kirche St. Peter, Cornelia Camichel Bromeis, spricht von einer eindrücklichen Stimmung. Hunderte Menschen hätten sich an der Aktion beteiligt, schätzt sie. «Es war eher eine Menschenmenge als eine Menschenkette.» 

Die Anwesenden hätten ihren Zusammenhalt still zum Ausdruck gebracht, während die Glocken der Altstadtkirchen läuteten – am Ende sangen einige Ukrainerinnen und Ukrainer die Landeshymne. «Das war sehr bewegend», sagt Camichel Bromeis. Im Anschluss fand im Grossmünster ein Gottesdienst auf deutsch, ukrainisch und russisch statt. (sda/ pef)