«Ganz Niederösterreich ist ein Katastrophengebiet»
Ganz Niederösterreich sei ein Katastrophengebiet, schreibt die Evangelische Kirche in Österreich auf Anfrage von ref.ch. «Die Situation in den von den Fluten heimgesuchten Gebieten ist nach wie vor verheerend, auch wenn die Pegel nun zurückgehen», erklärt Kirchensprecher Thomas Dasek. Zahlreiche Verkehrsverbindungen seien unterbrochen und manche Orte abgeschnitten, Einsatzkräfte stünden weiter im Grosseinsatz. Gebäude evangelischer Pfarrgemeinden in Niederösterreich seien derzeit nicht betroffen.
Die Evangelische Kirche in Österreich ruft dazu auf, für die Betroffenen der Naturkatastrophe zu spenden. Zuständig für die Hilfe ist die Diakonie Hochwasserhilfe. Das evangelische Hilfswerk unterstützt seit 70 Jahren auf der ganzen Welt Menschen in Not.
Laut Dasek können Menschen in den Überschwemmungsgebieten bei der Diakonie finanzielle Hilfe von bis zu 2000 Franken pro Haushalt beantragen. Markus Koth, Koordinator für Hochwasserhilfe beim evangelischen Hilfswerk, sagt: «Wichtig ist vor allem, die Hilfe nach dem zurückgehenden Wasser vorzubereiten.»
Eine schnelle Rückkehr in ihre Wohnhäuser werde für viele Menschen nicht möglich sein, erläuterte er. Gebäude müssten getrocknet und zerstörtes Inventar ersetzt werden. «Deshalb liefern wir in einem ersten Schritt 100 Bautrockner nach Tschechien und Polen», kündigte Koth an. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt dafür rund 94'000 Franken zur Verfügung.
Gebraucht werden neben Bautrocknern unter anderem Generatoren, Schaufeln, Schubkarren, Gummistiefel und haltbare Lebensmittel. Eingerichtet würden zudem mehrere öffentliche Speisesäle, in denen obdachlos gewordene Menschen Schutz und eine warme Mahlzeit erhielten.
(mit Material von epd)