Todesfall

Der Historiker und Jesus‘ Kreuzigung

Johannes Fried hat argumentiert, Jesus habe die Kreuzigung überlebt. Die Auferstehung sei vielmehr eine Genesung gewesen. Nun ist der deutsche Historiker gestorben.

Sein vieldiskutiertes Buch erschien 2019 und trägt den Titel: «Kein Tod auf Golgatha». Darin leitet der Mittelalterhistoriker Johannes Fried her, wie Jesus Christus am Kreuz nicht gestorben sei, sich im Felsengrab erholt habe und schliesslich viel später eines natürlichen Todes gestorben sei.

Im Detail geht die These so: Fried geht davon aus, dass Jesus am Kreuz eine Kohlendioxidvergiftung hatte. Während die Umstehenden den Eindruck hatten, er sei leblos, habe er wegen der Vergiftung nur noch ganz schwach geatmet.

Der Lanzenstich des römischen Soldaten in die Seite Jesus’, der im Johannesevangelium erwähnt wird, hat ihm nach Ansicht Frieds das Leben gerettet. Denn es wird beschrieben, dass aus der Wunde Blut und Wasser geflossen seien. Fried argumentiert, der Soldat habe damit Jesus’ Lunge von der Flüssigkeit entlastet und ihn somit vor dem Ersticken bewahrt.

Wie die «NZZ» schreibt, sind Frieds Arbeiten zur deutschen Geschichte im Mittelalter und seine Biografie Karls des Grossen Standardwerke geworden. Am Wochenende ist der Historiker mit 83 Jahren gestorben. (dst)

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