Heks fordert sichere Zugangswege für mehr Flüchtlinge

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz hat mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe eine Petition lanciert. Sie fordert sichere und legale Fluchtwege in die Schweiz. Kirchliche Initiativen sollen stärker einbezogen werden.


Mit der Petition an den Bundesrat fordern das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) und die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH), dass Menschen mit nachgewiesener Schutzbedürftigkeit direkt in die Schweiz geholt werden. Für SFH-Direktorin Miriam Behrens ist klar: «Die Schweiz braucht eine entschlossene Strategie, an der sich alle Akteure beteiligen.»

Darüber hinaus fordern die beiden Organisationen die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen, um zivilgesellschaftliche und kirchliche Initiativen bei der Unterbringung, Alltagsbegleitung und Bildung von Flüchtlingen in der Schweiz vermehrt einzubeziehen. Schliesslich soll der Bund Integrationsprogramme von Kantonen, NGOs und Wirtschaft künftig stärker unterstützen.

65,6 Millionen Menschen auf der Flucht

Wer vor Krieg oder Verfolgung fliehe, habe ein Recht auf Schutz von Leib und Leben, schreiben die beiden Organisationen in einer Mitteilung. Dies gelte insbesondere für Frauen mit kleinen Kindern, unbegleitete Minderjährige, Kranke und Betagte.

Ende 2016 seien 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung gewesen. Allein durch den Krieg in Syrien seien 12 Millionen Menschen heimatlos geworden.

«Wir können noch mehr tun»

«Die Schweiz mit ihrer langen humanitären Tradition steht besonders in der Verantwortung, mehr Flüchtlingen als bisher Schutz zu gewähren», schreiben Heks und SFH. Für die meisten Schutzsuchenden ende die Flucht heute jedoch spätestens an den abgeriegelten EU-Aussengrenzen.

Aus der Sicht der Hilfswerke ist das inakzeptabel: «Flüchtlingen Schutz zu gewähren, ist eine humanitäre Verpflichtung. Gerade die Schweiz sollte hier eine Vorbildfunktion übernehmen. Denn wir können noch viel mehr tun für Flüchtlinge», lässt sich Heks-Direktor Peter Merz zitieren.

Die Petition wird von über dreissig Organisationen unterstützt, beispielsweise von Amnesty International oder Terre des Hommes Schweiz, zahlreichen zivilgesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien. (sda/no)