Grossmünsterpfarrer protestiert gegen Waffenexporte

In einer Videobotschaft appelliert Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist an die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats: Diese solle auf den Entscheid des Bundesrats, Waffenexporte in Bürgerkriegsländer zu ermöglichen, zurückkommen. Sie könne dadurch Leben retten.


In dem auf der Webseite der Organisation Campax aufgeschalteten Video richtet sich der Zürcher Pfarrer Christoph Sigrist direkt an die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats. Alle Mitglieder – «mit oder ohne ‹C› im Parteinamen» – seien aufgefordert, die Lockerung von Waffenexporten in Bürgerkriegsländer zu verhindern und damit Leben zu retten.

Handeln wie Zwingli

Vor 500 Jahren habe der Reformator Huldrych Zwingli gemeinsam mit dem Rat von Zürich genau den gegenteiligen Entscheid gefällt, nämlich keine Waffen und Söldner in fremde Länder zu verkaufen, sagt Sigrist im knapp einminütigen Video. Dazu rufe er nun auch die Mitglieder der Kommission auf.

Der Bundesrat hatte Mitte Juni entschieden, die Ausfuhr von Kriegsmaterial «unter gewissen Umständen» auch in Bürgerkriegsländer zu ermöglichen. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats unterstützte diesen Entscheid. Am 30. August kommt die Gesetzesänderung nun vor die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats.

Pfarrerinnen und Pfarrer protestieren

Mit seinem Protest gegen den bundesrätlichen Entscheid steht Grossmünsterpfarrer Sigrist nicht allein da. Bereits Anfang Juli hatte eine Gruppe von Zürcher Pfarrerinnen und Pfarrern ihren Unmut in einem offenen Brief an den Bundesrat kundgetan. Dieser hielt in seinem Antwortschreiben jedoch an seinem Entscheid fest.

Die Kampagnenorganisation Campax setzt sich nach eigenen Angaben für «eine solidarische Gesellschaft, eine nachhaltige Wirtschaft und eine intakte Umwelt» ein. Auf ihrer Webseite ruft sie die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bei ihren Vertretungen in der Ständeratskommission gegen die Waffenexporte zu protestieren. (no)