Glockengeläut gegen Gewalt an Frauen

Verschiedene Kirchen in Zürich und Bern lassen am 14. Juni die Glocken läuten, um ein Zeichen zu setzen gegen Gewalt an Frauen.


Im Jahr 2016 wurden 10’040 Menschen in der Schweiz Opfer von häuslicher Gewalt. 73 Prozent davon waren Frauen. Im gleichen Jahr starben 19 Menschen infolge häuslicher Gewalt. 95 Prozent davon waren Frauen. Diese Zahlen finden sich in einem Bericht des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros vom Frühling 2019.

Am Frauenstreiktag vom 14. Juni wollen nun verschiedene Kirchen in Zürich und Bern auf die Thematik aufmerksam machen. Dazu lassen sie von 11 Uhr bis 11.15 Uhr die Glocken läuten.

«Es ist dringend notwendig, dass wir Frauen in Kirche und Gesellschaft ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen, auch mitten unter uns hier in Zürich und in der Schweiz», wird Renate von Ballmoos, Pfarrerin an der Predigerkirche, in einer Medienmitteilung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich zitiert.

«Keine verständlichen Eskalationen, sondern Mord»

Von Ballmoos kritisiert darin auch die Verwendung von Begriffen wie «Beziehungsdrama» oder eben «häusliche Gewalt» durch die Medien. «Es ist nicht das Haus, das Gewalt ausübt, sondern der eifersüchtige Ehemann, Exmann, Freund und Exfreund. Solche Vorfälle sind nicht beklagenswerte oder gar verständliche Eskalationen in Beziehungen – es ist Mord.»

Laut Mitteilung werden sich an der Aktion unter anderem die Kirche Offener St. Jakob, die Johanneskirche und die Bullingerkirche beteiligen. Die Nachrichtenagentur sda schreibt zudem von 14 Kirchen in und um Bern, die ebenfalls um 11 Uhr die Glocken läuten lassen – acht katholische, fünf reformierte und eine christkatholische Kirche. (vbu)