80 Jahre Kriegsende

«Widerstehen gegen Banalisierung von Schuld»

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (Geke) betont, wie wichtig Erinnerung in der Gegenwart ist.

Das Ende des Krieges sei Befreiung und Beginn einer neuen Gewaltepoche zugleich gewesen, schreibt die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (Geke) anlässlich des Jahrestags vom 8. Mai. Denn: «Der Kontinent wurde nicht von Gewalt befreit, sondern mit Gewalt neu geordnet.»

Auf den Weltkrieg sei der Kalte Krieg gefolgt und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ab 1989 habe sich die Ordnung auf dem Kontinent nochmals verändert. Daraus wird gefolgert: «Europa hat zwar eine gemeinsame Geschichte, aber keine gemeinsamen Erinnerungen.»

Doch gerade den Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg schreibt die Geke eine wichtige Rolle zu: «Es ist eine Erinnerung des Widerstehens: gegen die Banalisierung von Schuld, gegen die Relativierung der Menschenrechte, gegen den Zynismus der Freund-und-Feind-Logiken.» Für Frieden im evangelischen Sinn müsse man für gerechte Verhältnisse einstehen, «in denen Gewalt benannt wird, ohne sie zu vergelten und Konflikte nicht unterdrückt, sondern bearbeitet werden.»  (dst)

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