Gegend um Notre-Dame wird von Blei befreit

Beim Brand der Kathedrale Notre-Dame ist viel Blei geschmolzen, das die Gegend verschmutzt. Es wurden erhöhte Bleiwerte rund um die Kirche gemessen. Nun handeln die Behörden.


Die Stadt Paris hat damit begonnen, Bereiche um Notre-Dame auf der Île de la Cité abzusperren. Vier Monate nach dem Brand der weltberühmten Kathedrale soll die Gegend gründlich von Blei gesäubert werden. Die Arbeiten sollen rund drei Wochen dauern und nach Angaben der Stadt in drei verschiedenen Etappen stattfinden. Wie schnell es vorangeht, sei auch vom Wetter abhängig. Am 13. August versperrten Zäune und Polizei Fussgängern den Zutritt zu einem ersten Bereich vor der Kathedrale.

Bei der nun geplanten Reinigung werden einerseits Strassen und Plätze mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet. Andererseits wird auf Bänken und Laternen eine Art Reinigungsgel aufgetragen, das die Bleirückstände entfernen soll. Die Schicht bleibt dann jeweils für mehrere Tage auf den Stadtmöbeln. Auch abgestorbene Blätter sollen eingesammelt werden, berichtete der Sender BFMTV. Am Ende der Arbeiten werden erneut Proben entnommen.

Viel Blei verarbeitet

Vor allem in der Dachkonstruktion und der Turmabdeckung der Kirche war viel Blei verarbeitet. Es war bei dem katastrophalen Brand Mitte April geschmolzen – die Umgebung wurde mit Blei verschmutzt. Der berühmte Vorplatz ist seitdem für Touristen gesperrt und wurde bereits mehrfach gereinigt.

Die investigative Online-Plattform Mediapart hatte mehrfach berichtet, dass rund um die Kathedrale die zulässigen Blei-Werte höher seien als erlaubt. Es wurden Vorwürfe laut, die Stadt tue nicht genug gegen die Verschmutzung. Die Behörden wiesen das zurück. Zuletzt forderten Verbände, eine Art Schutzglocke um die Kathedrale zu errichten. (sda/bat)