Krieg im Nahen Osten

Organisationen fordern Ende der Blockade von Hilfsgütern

Die Bevölkerung im Gazastreifen hungert, während Tonnen von Hilfsgütern nicht dorthin gebracht werden können. Internationale Hilfsorganisationen verlangen, dass Israel die Grenzen öffnet.

Mehr als hundert internationale Organisationen protestieren gegen Einschränkungen ihrer Hilfe im Gaza-Streifen. Vorgaben der israelischen Regierung beeinträchtigten ihre Arbeit derart, dass sie gezwungen sein könnten, ihre Tätigkeit komplett einzustellen, beklagen die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung. Sie fordern Israel auf, eine Instrumentalisierung humanitärer Hilfe umgehend zu beenden.

«Während die palästinensische Bevölkerung hungert, warten Lebensmittel, Medikamente, Wasser und andere Hilfsgüter im Wert von mehreren Millionen Dollar in Lagerhäusern in Jordanien und Ägypten darauf, eingelassen zu werden», erklären die Unterzeichnenden. Zu ihnen gehören unter anderem «Ärzte ohne Grenzen», Oxfam und Care.

Die meisten grossen internationalen Nichtregierungsorganisationen hätten seit Beginn der israelischen Blockade am 2. März keine einzige Lkw-Ladung mit lebensrettenden Hilfsgütern in den Gaza-Streifen bringen können, heisst es in dem Protestschreiben. Die israelischen Behörden lehnten regelmässig Einfuhranträge Dutzender Organisationen ab. Die Behinderung der Hilfen habe dazu geführt, dass Krankenhäusern das Nötigste fehle, Kinder und Alte an Hunger und eigentlich behandelbaren Krankheiten stürben.

Viele der Organisationen, denen nun mitgeteilt werde, sie seien nicht «berechtigt», Hilfe zu leisten, seien seit Jahrzehnten in Gaza tätig. Sie hätten das Vertrauen der Menschen vor Ort und grosse Erfahrung, heisst es in der Erklärung. Neue Verfahren und Vorgaben zielten darauf ab, «unparteiische Hilfe zu blockieren, palästinensische Akteure auszuschliessen und vertrauenswürdige humanitäre Organisationen durch Mechanismen zu ersetzen, die politischen und militärischen Zielen dienen». Um Leben zu retten, müssten die Grenzen für humanitäre Hilfsgüter sofort und bedingungslos geöffnet werden.

Der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöste Krieg hat im Gaza-Streifen zu einer humanitären Katastrophe geführt, auch weil Israel immer wieder Hilfslieferungen blockiert. Die Hamas hält noch immer rund 50 Geiseln im Gaza-Streifen fest, etwa 20 von ihnen sollen noch leben. (epd/ dst)

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