Amnesty International

G20-Gipfel soll über Frauenrechte in Saudi-Arabien sprechen

Vor dem G20-Gipfel am Wochenende machen Menschenrechtler auf den «scheinheiligen Umgang» Saudi-Arabiens mit Frauenrechten aufmerksam. Das Thema soll offiziell auf die Agenda gesetzt werden.

Menschenrechtler kritisieren den G20-Gastgeber Saudi-Arabien. Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sollten das Königreich für seinen scheinheiligen Umgang mit Frauenrechten in die Pflicht nehmen, forderte Amnesty International am Donnerstag, 19. November, mit Blick auf den virtuellen G20-Gipfel am Wochenende.

Die Frauenförderung stehe ganz oben auf der Agenda Saudi-Arabiens. Gleichzeitig sässen jedoch zahlreiche Frauenrechtsaktivistinnen im Gefängnis oder müssten Gerichtsverfahren fürchten. Amnesty ruft deshalb die Staats- und Regierungschefs auf, sich der Forderung nach sofortiger und bedingungsloser Freilassung von Ludschain al-Hathlul, Nassima al-Sada, Samar Badawi, Nuf Abdulasis und Maya'a al-Sahrani anzuschliessen. Die Frauen seien 2018 wegen ihrer Menschenrechtsarbeit inhaftiert worden. Einige seien gefoltert worden.

Abschaffung der Todesstrafe gefordert

«Für die Regierung Saudi-Arabiens ist der G20-Gipfel eine sehr wichtige Gelegenheit, um der Welt ihre vermeintliche Reformagenda vorzustellen und deutlich zu machen, dass das Land der Wirtschaft offensteht», sagte Julia Duchrow von Amnesty International. Die Gipfel-Teilnehmer sollten dabei nicht mitspielen.

Amnesty fordert auch die Abschaffung der Todesstrafe im Land und ein Ende der Völkerrechtsverstösse Saudi-Arabiens im Jemen-Krieg. In den vergangenen Jahren hätten die saudischen Behörden versucht, ihren Ruf durch kostspielige PR-Aktionen zu verbessern und Kronprinz Mohammed bin Salman als reformwillig darzustellen. So sei im Juni 2018 das Autofahrverbot für Frauen abgeschafft worden. Wenige Wochen davor seien aber Frauen, die für die Fahrerlaubnis kämpften, inhaftiert worden. (epd)