Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Für das Klima vor Gericht

Mehrere junge Menschen haben am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 33 europäische Staaten verklagt. Sie werfen ihnen vor, nicht genügend gegen den Klimawandel vorzugehen.

Sechs Portugiesen im Alter zwischen elf und 24 Jahren präsentieren eine Klimaklage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Sie argumentieren, dass Portugal, Deutschland und 31 weitere europäische Staaten ihre Menschenrechte verletzen, weil sie nicht genug tun, um sie vor dem Klimawandel zu schützen.

«Junge Menschen und ihre Kinder werden die Hauptlast der sich anbahnenden Klimakatastrophe zu tragen haben», erklärte Julia Duchrow, stellvertretende Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die Klage.

2017 wüteten in Portugal verheerenden Waldbrände, die offenbar durch klimawandelbedingte Trockenheit begünstigt wurden. Sie waren Amnesty zufolge der Auslöser der Klage. Sollte diese erfolgreich sein, könnten die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Norwegen, Russland und die Türkei verpflichtet werden, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ausserdem könnte das Urteil künftige Klimaklagen stärken. Eine Entscheidung könnte innerhalb weniger Monate getroffen werden. (epd/ pef)