Friedensnobelpreis für Welternährungs­programm

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Denn Nahrung bringe eine Friedenschance in Konfliktgebiete.


Das Welternährungsprogramm der UNO mit Sitz in Rom wird für seinen Einsatz im Kampf gegen den Hunger in der Welt und für bessere Friedenschancen in Konfliktregionen ausgezeichnet, wie das norwegische Nobelkomitee am 9. Oktober in Oslo mitteilte. Die Organisation sei auch eine treibende Kraft in den Bemühungen, den Einsatz von Hunger als Waffe in Kriegen und Konflikten zu verhindern, sagte die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen. Die Auszeichnung soll nach ihren Worten die Hungernden in der Welt in den Fokus rücken. Schon vor der Corona-Pandemie hungerten nach UN-Angaben 690 Millionen Menschen.

Nahrung als Impfstoff gegen Chaos

Als grösste humanitäre Organisation weltweit versorgte das Welternährungsprogramm 2019 fast 100 Millionen Menschen in 88 Ländern mit Lebensmitteln. Das WFP sei in der Lage, auch schwer zugängliche Regionen, etwa in Syrien oder im Jemen zu erreichen, erklärte das Nobelkomitee. In der Corona-Pandemie sei die Zahl der Hungernden stark gestiegen, sagte Reiss-Andersen. «Bis zu dem Tag, an dem wir einen medizinischen Impfstoff haben, ist Nahrung der beste Impfstoff gegen Chaos», betonte sie.

Das Welternährungsprogramm spiele eine entscheidende Rolle dabei, Ernährungssicherheit zu einem Werkzeug des Friedens zu machen. Die Organisation sei aber auf Zuschüsse angewiesen. Internationale Solidarität und multilaterale Zusammenarbeit seien notwendiger als je zuvor, doch dies werde heute weniger geachtet. «Es geht nicht nur um Essen, es geht auch darum, nachhaltige Gemeinschaften zu schaffen», betonte Reiss-Andersen.

Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (rund eine Million Franken) dotiert. Er wird traditionell am 10. Dezember vergeben, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833-1896). Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. (epd)